Petition für Radweg : Kritzkower fordern Radweg nach Laage

Kritzkower und Weitendorfer warten schon länger auf einen sicheren Weg für Radfahrer.
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Kritzkower und Weitendorfer warten schon länger auf einen sicheren Weg für Radfahrer.

Neue Informationen – Fehlanzeige! Kritzkower fassen Petition ins Auge, um Forderung Nachdruck zu verleihen

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03. März 2016, 12:00 Uhr

Langsam werden die Kritzkower und Weitendorfer ungeduldig. Lange schon wartet man in den Laager Ortsteilen auf greifbare Entwicklungen für einen Radweg in die Stadt. Die Ortsteilvertretung hatte deshalb das Thema in dieser Woche wieder einmal auf die Tagesordnung gesetzt. „Unsere Kinder haben keine sichere Möglichkeit, die Freizeitangebote in Laage mit dem Fahrrad zu erreichen“, beklagt Anneliese Bittner. Bereits 2012 habe es eine konkretere Orientierung seitens des Straßenbauamtes Güstrow gegeben, brachte die Vorsitzende des Ortsteilvertretung mit einem SVZ-Artikel in Erinnerung. Die Klueßer Behörde war damals zuständig für die Bundesstraßen im Land und somit auch für die B  103 zwischen Güstrow und Laage, einschließlich eines Radweges bzw. der Planung eines solchen.

Die aktuellen Erkenntnisse sind jedoch ernüchternd. „Leider gibt es keinen neuen Stand“, musste Marion Hünecke von der Stadtverwaltung den Anwesenden bekennen. Inzwischen sei die Zuständigkeit für die Bundesstraßen (und somit auch für den begleitenden Radwegebau) nach Stralsund gewechselt. Dort sei das Anliegen der Kritzkower und Weitendorfer – und darüber hinaus von Kuhsern, Sarmstorfern und Güstrowern – bestens bekannt, beteuert Hünecke.

Stadt sieht keine Handlungsmöglichkeit

Die Leiterin des Geschäftsbereiches Stadt- und Gemeindeentwicklung der Recknitzstadt erläuterte die wesentlichen Schritte, um zu einem Radweg an einer Bundesstraße zu kommen. Dabei müssten drei Punkte ineinander greifen: der Grunderwerb längs der Straße, die Schaffung von Baurecht sowie die Bereitstellung der finanziellen Mittel. Dies in Einklang zu bringen stelle aus der Natur der Materie heraus ein allerdings kompliziertes Prozedere dar. Als noch das geringere Problem erscheint dabei das benötigte Land. Von Kronskamp aus, das mit einem Radweg an Laage angebunden ist, gehört Richtung Güstrow längs der B  103 das Land der Stadt oder dem Land, stünde also zur Verfügung. Weiter bis nach Kritzkow hin gibt es einen privaten Eigentümer, der seine grundsätzliche Zustimmung zum Wegebau bereits signalisiert habe, weiß Hünecke.

Mit diesen Erkenntnissen sei es jetzt am Straßenbauamt in Stralsund, eine sogenannte Grunderwerbsplanung aufzustellen, damit benötigte Flächen erworben werden können, möglichst in einem Tauschverfahren. Wobei: Sowohl Gelder zum Kauf und natürlich auch tauschfähige Flächen stünden nur begrenzt zur Verfügung. Offenbar warte man beim Straßenbauamt aber auf eine Prioritätenliste, die wiederum Sache des Verkehrsministeriums in Schwerin sei. Auf diese schwebenden Verfahren habe die Stadt keinen Einfluss, erklärt Marion Hünecke, somit bestehe für Laage „keine Handlungsmöglichkeit“. Nicht einmal einen Planer könne die Stadt beauftragen, auch dies sei Sache der Stralsunder Behörde.

Tatsächlich habe man das Projektvorhaben den Stralsunder Kollegen beim Wechsel der Zuständigkeit, also Anfang des vergangenen Jahres, übergeben, gibt Ronald Normann aus Klueß Auskunft. Bis dahin sei lediglich der Abschnitt Güstrow – Sarmstorf Planungsgegenstand gewesen. Von mehr als diesem Stand 2015 habe sie derzeit auch keine Kenntnis, sagt Marion Hünecke.

Für die Ortsteilvertreter erscheint die dargestellte Sachlage, vor allem weil sich offenbar nichts tut, obwohl es schon vor vier Jahren hoffnungsvolle Ansätze gab, nur schwer verdaulich. Einhellig wird klargestellt: Der Radweg müsse gebaut werden, denn er ist nötig. Erwogen wird deshalb jetzt, eine Petition an die Landesregierung zu richten. „Vielleicht bewirken ja viele Unterschriften etwas“, denkt Anneliese Bittner.

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