zur Navigation springen

Region Güstrow : Kritik an der Information von Bauarbeiten

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Auf der Tagung der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger in Bad Doberan kritisierte die untere Denkmalbehörde des Landkreises, dass die Behörde manchmal zu spät über Bauarbeiten in historischen Bereichen informiert wird.

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Alexander Schacht von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises gab für Lars Saalow, der verhindert war, die Übersicht über die Maßnahmen des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege und resümierte die Arbeit der unteren Kreisbehörde.

In der Landespräsentation wurden u.a. die steinzeitlichen Funde im Baugebiet „Am Wittenbecker Landweg“ in Kühlungsborn genannt. Auch wenn es nur eine Fläche von 3100 Quadratmetern ist: Bei Grabungen im erweiterten B-Plangebiet in Bargeshagen dokumentierte das Landesamt 116 Befunde und Nutzungsphasen der Bronze- und Neuzeit. Festgestellt wurde u.a. ein Verhüttungsplatz. Das bewiesen Schlackeperlen.

Aus der Region Güstrow hat das Landesamt Funde aufgenommen, die der Güstrower Gerhard Brunk nahe der Stadt mit einem Detektor aufspürte, darunter eine mittelalterliche Petschaft, Münzgewichte und Fragmente bronzezeitlicher Schwerter, für die es einen Parallelfund in Mittelschweden gibt (wir berichteten).

Christian Schmidt fand in der Nähe von Güstrow Münzen aus dem 16. Jahrhundert. Das Besondere war, so Schacht, dass nachgewiesen ist, dass das für Sammler hergestellte Fälschungen waren.

In der Nähe von Schwaan in den Letschower Tannen meldete ein Ehepaar den Fund eines wertvollen Bechers aus einem Grab. Die Denkmalbehörde werde dort daher weitere Grabungen veranlassen, so Alexander Schacht.

In der Arbeit der Kreisbehörde ragt der Fund im Brunnengarten des Güstrower Schlosses heraus (wir berichteten). Dort wurden bei Baggerarbeiten für einen Löschwasserbehälter Reste des Renaissance-Zierbrunnens, was aber keine Überraschung war, und eine Wasserkunst aus der Residenzzeit Wallensteins gefunden. Schacht kritisierte, dass die Behörde in diesem sensiblen Bereich erst informiert wurde, als der Bagger bereits arbeitete.

Ein ähnliches Problem gab es beim Parkplatzbau in der Baustraße 32 in Güstrow. Auch hier monierte Schacht eine zu späte Information. Um ein Haar wäre dort damit eine Barockunterkellerung nicht entdeckt und dokumentiert worden.

Alexander Schacht nutzte die Tagung dazu, den Ehrenamtlern für ihre Arbeit zu danken. Ohne sie wären die Funde nicht denkbar. Für die Bodendenkmalpfleger des Altkreises Bad Doberan belegte er das mit einer Zahl: Sie waren 2013 rund 4000 Stunden ehrenamtlich unterwegs.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen