Diekhof : Krisen spielen Diekhof in Hände

In Diekhof soll der Unkel-Bräsig-Weg saniert werden. 2018 wird aber erst einmal geplant.
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In Diekhof soll der Unkel-Bräsig-Weg saniert werden. 2018 wird aber erst einmal geplant.

Nach finanziell katastrophalen Jahren legt Gemeinde für 2018 einen ausgeglichenen Haushalt vor.

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29. Dezember 2017, 20:45 Uhr

Überraschung in Diekhof: Das finanzielle Sorgenkind im Amt Laage kann für 2018 erstmals seit Jahren wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Der Etat ist damit genehmigungsfrei. Vorbei sind die Zeiten, da sich die Gemeinde unter „besonderer Obhut“ der Kommunalaufsicht jede Ausgabe über 500 Euro absegnen bzw. genehmigen lassen musste.

Bürgermeister Rolf Matschinsky und sein Vorgänger Ralf Lenz waren überzeugt, dass die Gemeinde ohne Hilfe von außen nie aus den roten Zahlen herauskommen könnte. Jetzt spielte ihnen Krisen in die Hände: der Flüchtlingszustrom nach Deutschland und die Finanzkrise. Die Flüchtlinge mussten schnell untergebracht werden. Also mietete der Landkreis über Monate zuvor leerstehende Wohnungen in Diekhof und Pölitz an. Das ist vorbei, führte aber 2016 zu einem positiven Jahresergebnis, erklärt Diana Schmechel, Kämmerin im Amt Laage. Mieteinnahmen reichten jahrelang nicht aus, um Wohnungsbaukredite zu bedienen. Die Gemeinde musste zuschießen und schlitterte in die Misere.

Weiter profitiert die Gemeinde von den äußerst niedrigen Zinsen. Umschuldung heißt hier das Zauberwort. Mit einem Zins von 0,15 Prozent ergibt sich eine jährliche Ersparnis von rund 100 000 Euro für die Gemeinde, berichtet Schmechel. Zum dritten waren Bürgermeister und Gemeindevertreter vor Jahren clever, als sie auf eigene Kosten eine gemeindliche Flächen renaturieren ließen. Der Aufwand war relativ gering, der Nutzen ist nun enorm. 170 000 Quadratmeter Land am Spoitgendorfer Bach wurden der Natur zurückgegeben und damit 170 000 Ökopunkte erworben. Die konnte man nun an Bauherren verkaufen, die damit den durch die Versiegelung von Flächen geforderten Naturausgleich darstellen zu können. Schmechel: „Die Gemeinde ist jetzt in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen aus der laufenden Verwaltung heraus zuerfüllen, kann ihre Kredite bedienen.“


Straßenbau und Schulrenovierung

„Am Ende bleibt selbst Geld, um Vorhaben zu realisieren“, betont Bürgermeister Rolf Matschinsky. Er nennt an erster Stelle die Grundschule in Diekhof. Dringend notwendig sei die Schaffung eines zweiten Fluchtweges. Dazu soll eine Notrutsche angebaut werden, über die Kinder und Lehrer aus der ersten Etage ins Freie gelangen. „Auch im Sanitärbereich müssen wir was tun und in den Klassenräumen“, sagt Matschinsky. Arbeit gebe es noch für die nächsten Jahre genug. Nach und nach wolle man diese erledigen.

Eingeplant sei 2018 außerdem Geld für Ausrüstungen und Bekleidung für die Freiwillige Feuerwehr Diekhof und für den Ausbau des Unkel-Bräsig-Weges in Diekhof.„Die Entwässerung der Straße ist ein besonderes Problem, bei Starkregen ist Land unter“, beschreibt Matschinsky. Die Sanierung der Straßen solle im nächsten Jahr geplant und 2019 realisiert werden.

Die Steuersätze in der Gemeinde Diekhof bleiben konstant. „Wir wollen die Leute nicht vergrämen und potenzielle Häuslebauer nicht verprellen“, betont Diekhofs Bürgermeister.

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