Norddeutsches Krippenmuseum : Krippen aus Fußball-Ländern

Eine so genannte Retablo-Krippe aus Peru zeigt eine ganz einfache Darstellung der Geburt Christi.
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Eine so genannte Retablo-Krippe aus Peru zeigt eine ganz einfache Darstellung der Geburt Christi.

Sport wird zum Thema im Norddeutschen Krippenmuseum in Güstrow / Saisonstart mit Veranstaltung am nächsten Freitag

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21. November 2014, 06:00 Uhr

Die Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Jahr wird nun auch im Norddeutschen Krippenmusum in der Heilig-Geist-Kirche in Güstrow thematisiert. Weihnachtskrippen aus Südamerika sowie aus den Ländern, die an der Weltmeisterschaft teilnahmen, stehen im Mittelpunkt der neue gestalteten Ausstellung. Es wechseln in diesen Tage etwa dreiviertel aller Ausstellungsstücke, berichtet Heidemarie Wellmann vom Förderkreis der „Weihnachtskrippen in Heilig Geist – Mechthild und Dr. Rudolf Ringguth-Stiftung“.

Aus Jute ist eine Krippe aus Brasilien gestaltet. Aufmerksam macht Heidemarie Wellmann auch auf ein Exemplar aus Peru, einem führenden Land in Sachen Krippenkultur. Sie stammt von der Künstlerfamilie Hilano Mendevil. Die Figuren haben lange Hälse und sind farbenprächtig gekleidet. „Die langen Hälse stehen für Würde und Macht“, berichtet Heidemarie Wellmann und schwärmt im nächsten Moment von einer Vogelmann-Krippe. Erzählt werde, dass junge Männer eine Klippe hinunter klettern mussten, um das Ei eines Seevogels herauf zu holen und es dem Herrscher zu übergeben. Damit wurde ihm die Macht eines Vogelmannes verliehen. Die Darstellung zeige nun Jesus als Vogelmann. „Hier fließen also zwei Kulturstränge ineinander“, erklärt Heidemarie Wellmann und verweist auf bunte außerdem Wandbehänge aus Südkorea, auf eine Krippe aus Nigeria, die das ganze Dorfleben widerspiegelt, und auf Retablos aus Südamerika. Eigentlich seien das kleine Altarbilder, die von Wanderpredigern zu Ansiedlungen im Hochland mitgenommen werden konnten. Es sei eine spezielle Kunst der Peruaner. Untergebracht werde die Darstellung von der Geburt Jesu u.a. in einem geteilten Bambusstab oder einem Flaschenkürbis. „In den Darstellungen steckt so viel Leben und Fröhlichkeit“, betont Heidemarie Wellmann.

Zur Auftaktveranstaltung am nächsten Freitag lädt die Stiftung neben Helfern und Förderern diesmal auch Übungsleiter aus Sportvereinen mit ein. „Damit entsprechen wir unserem Thema. Auch wollen wir ihnen anbieten mit ihren Fußballjungs in die Ausstellung zu kommen“, berichtet Heidemarie Wellmann. Eine Führung würde es für solche Gruppen kostenlos geben.

Mit dem Start in die Hochsaison des Krippenmuseums am nächsten Wochenende ist dieses dann bis 15. Januar täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Ab Mitte Januar wird dann wieder von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr offen sein. Seit sieben Jahren sorgen ehrenamtliche Helfer dafür, dass das Museum besucht werden kann. „Es wird getragen von den Ehrenamtlichen. Das ist eine tolle Sache“, lobt Heidemarie Wellmann. Gut 2000 Besucher hatte das Krippenmuseum bisher in diesem Jahr. Mehr als 1000 erwarte man im Dezember. „Irgendwann wird jetzt auch der 40 000. Besucher dabei sein“, berichtet die Güstrowerin, die auch im Vorstand der Stiftung arbeitet.

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