Landkreis Rostock : Kreis erwartet mehr Flüchtlinge

Im Güstrower Waldweg wurde bereits ein Asylbewerberheim eingerichtet.
Im Güstrower Waldweg wurde bereits ein Asylbewerberheim eingerichtet.

Bisherige Kapazitäten zur Unterbringung von Asylbewerbern reichen nicht aus - Neue Gemeinschaftsunterkunft im Landkreis geplant

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14. März 2014, 06:00 Uhr

Der Zustrom von Asylbewerbern in den Landkreis Rostock ebbt nicht ab. Landrat Sebastian Constien geht auch in diesem Jahr von einer „Steigerung der monatlichen Zuweisung“ durch das Land aus. „Für das Jahr 2014 ist voraussichtlich mit einer Zuweisung von ca. 40 Asylbewerbern für unseren Landkreis pro Monat zu rechnen“, so der Landrat. Das Problem: bei diesen hohen Zahlen von Flüchtlingen reichen die vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten bei weitem nicht aus.

Bereits seit dem vergangenen Jahr erhöht der Landkreis die Anzahl der zentralen und dezentralen Flüchtlingsunterkünfte kontinuierlich. „Jetzt müssen wir nochmal zusätzliche Kapazitäten schaffen“, sagte gestern Rainer Boldt, 2. stellvertretender Landrat, auf SVZ-Nachfrage. Es würden neue Unterbringungsmöglichkeiten für rund 200 Menschen benötigt. „Das ist nicht genau vorhersehbar. Gleichzeitig rechnen wir nämlich auch mit Abgängen, weil Asylbewerber den Landkreis wieder verlassen, z. B. wenn ihr Asylbegehren abgelehnt wurde“, erläutert Boldt. Der Landkreis würde weiter nach Wohnungen suchen, um neue Flüchtlinge unterbringen zu können. Aber auch um ein neues, zentrales Asylbewerberheim werde der Kreis laut Boldt nicht herumkommen. „Wir prüfen derzeit verschiedene Projekte, konkret ist noch nichts“, sagt er. Die Optionen würden von der Sanierung bereits vorhandener Objekte im Kreisgebiet bis zum Neubau reichen.

„Vor größeren Zuweisungen bzw. geplanten Unterbringungen in den einzelnen Kommunen werden durch Vertreter des Landkreises entsprechende Informationsveranstaltungen und Einwohnerversammlungen durchgeführt“, kündigt Landrat Constien an. Ebenso würden alle Bürgermeister und Amtsvorsteher über aktuelle Zuweisungen und Prognosen in Kenntnis gesetzt. Um die Sicherheit für die betroffenen Bürger und die Asylbewerber gewährleisten zu können, stehe der Landkreis stetig in engem Kontakt mit der Polizei, so Constien. „In diesem Zusammenhang lässt sich in Bezug auf Straftaten sagen, das der Anteil der begangenen Straften durch Ausländer gegenüber deutschen Staatsangehörigen prozentual nicht höher ist als umgekehrt. Es sind insbesondere keine Häufungen von Straftaten an den Standorten der Gemeinschaftsunterkünfte erkennbar“, sagt der Landrat.

Im Landkreis werden zurzeit vier Gemeinschaftsunterkünfte mit einer Kapazität von 412 Plätzen für die Unterbringung von Asylbewerbern in Güstrow und Bad Doberan vorgehalten. Die Heime im Güstrower Waldweg und in der Demmlerstraße entstanden vergangenes Jahr. Aktuell leben in allen Gemeinschaftsunterkünften 332 Personen. Die Flüchtlinge kommen laut dem Landkreis primär aus Mauretanien, Eritrea, Syrien, Serbien und der Russischen Föderation. Weiterhin sind 209 Asylbewerber dezentral in Wohnungen u.a. in Güstrow, Bad Doberan, Gnoien, Tessin, Teterow und Neubukow untergebracht. Zudem wurden vor kurzem neuen Wohnungen in Groß Lüsewitz angemietet, die für Familien bestimmt sind.

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