güstrow : Kraniche sinnen auf Nachwuchs

Lange dauert es nicht mehr, dann werden die Kranichküken schlüpfen. Diese beiden Kranichjungen wurden im vergangenen Jahr bei Klein Grabow beobachtet. Fotos: Beate Meder-Trost
1 von 3
Lange dauert es nicht mehr, dann werden die Kranichküken schlüpfen. Diese beiden Kranichjungen wurden im vergangenen Jahr bei Klein Grabow beobachtet.

301 Kranichbrutplätze in der Region Güstrow bekannt.

von
01. April 2017, 12:00 Uhr

Die ersten Kraniche haben in der Region Güstrow mit der Brut begonnen. Bei Carlsdorf, Schwiggerow und Augustenberg sitzen die Tiere schon seit einigen Tagen auf ihren Eiern und brüten, berichtet Guntram Trost. „In diesen Tagen werden viele Paare folgen und ihre Nester beziehen“, ist der Kreiskoordinator Güstrow in der Landesarbeitsgemeinschaft Kranichschutz in MV und Mitglied der Nabu-Ortsgruppe guter Dinge, dass es ein erfolgreiches Jahr für die Kraniche wird.

Ständig ist Trost unterwegs und beobachtet die Vögel des Glücks. So kann er berichten, dass wohl ein neues Paar den alten Brutplatz in Güstrow bezogen hat. „Das verrät uns einer der Kraniche. Das weibliche Tier wurde am 19. Juni 2014 bei Ehmkenhagen südlich von Ribnitz-Dammgarten beringt“, erzählt Trost. Zu sehen seien die Kraniche auf dem Acker gegenüber dem Landesförderzentrum Hören. Leider würden hier viele Hundehalter mit ihren Vierbeinern Spaziergänge machen. Dadurch entstehende Unruhe würde die Jungenaufzucht beeinträchtigen. „Vielleicht könnten Hundehalter den Bereich bis Anfang Juli meiden“, wünscht sich der Kranich-Experte.

Auch in der Region Güstrow werden jährlich junge Kraniche, die noch nicht flügge sind, beringt. Im vergangenen Jahr seien elf Tiere mit einem kleinen Sender als „Rucksack“ ausgestattet worden. „Für die nächsten Jahre können wir nun ihren Lebensweg verfolgen“, betont Trost. Auch habe man im vergangenen Jahr 30 neue Brutplätze im Bereich des Altkreises Güstrow bis 1994 nachweisen können. Allerdings müssen nicht alle neu sein, sie waren bisher nur nicht entdeckt worden, erklärt Trost. Insgesamt seien damit in der Region 301 Kranichbrutplätze bekannt.


Gesucht: Helfer bei der Kranicherfassung


Mit der Zunahme der Brutplätze sei es den Hobby-Ornithologen nicht mehr möglich das Brutgeschehen flächendeckend zu erfassen, so dass schon seit 2013 keine Aussagen mehr darüber gemacht werden können, wie viele Jungtiere die Kraniche in der Region Güstrow großziehen. Deshalb wiederholt Trost auch in diesem Jahr wieder die Bitte um weitere Helfer bei der Kranicherfassung. Wer insbesondere in den Monaten bis Juni mitarbeiten möchte, kann sich unter E-Mail kranich-guestrow@web.de melden oder Guntram Trost unter 03843 82250 zwischen 19 und 20 Uhr anrufen.

Neben der Brutzeit ist für die Kranich-Interessierten der Herbst von Belang, wenn sich die Tiere aus der Region sammeln und später die Kraniche aus dem Norden auf ihrem Zug ins südwestliche Europa hier verweilen. Guntram Trost verweist auf sechs Schlafplätze in der Güstrower Region. An bestimmten Terminen im Herbst werden die Vögeln an den Schlafplätzen gezählt. „Am 17. September hatten wir mit 1903 Tieren das Maximum des Jahres“, berichtet Trost. Das übertreffe die Maximalwerte der vergangenen Jahre (2013: 1385, 2014:1568, 2015: 1789).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen