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Güstrower Anzeiger

22. September 2017 | 19:03 Uhr

Kranichnachwuchs : Kraniche mit Sender und Namen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zehn Tiere in der Güstrower Region beringt. Erstmals zwei Jungtiere mit GPS-Sendern ausgestattet.

von
erstellt am 05.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Zehn Kraniche wurden jetzt in der Region Güstrow beringt. Ein internationales Team war dazu angereist, um die Jungtiere, die noch nicht fliegen können, einzufangen und mit Farbringen zu versehen. „Für die Beringung sind in MV vier Regionen ausgewählt, Güstrow gehört dazu“, berichtet Guntram Trost, Koordinator für die Region Güstrow in der Landesarbeitsgemeinschaft Kranichschutz in MV und Mitglied der Nabu-Ortsgruppe. Erstmals wurden in der Region zwei Kranichjungen mit GPS-Sendern ausgestattet und ein erwachsener Kranich trägt nun einen Radiosender.

„Alle drei Jahre mausern Kraniche. In der Zeit sind sie flugunfähig“, erklärt Trost. So gelang es am Breesener See ein Tier einzufangen, dass nun den Radiosender trägt. „Dieser gibt laufend ein definiertes Signal ab, das kann aber nur mit einer Peilantenne aus der Nähe empfangen werden“, berichtet Trost. Der zweite Kranich wurde am Girrenberg bei Schwiggerow mit Farbringen ausgestattet. „Ihn können wir einem Brutplatz zuordnen und in den nächsten Jahren beobachten, ob er seinem Revier treu bleibt“, erläutert der Kranichexperte.

Die beiden Kranichjungen mit GPS-Sender halten sich, da noch nicht flugfähig, an ihrem Brutplatz auf. Interessant werde es, wenn sie demnächst auf Nahrungssuche gehen, später zentrale Schlafplätze aufsuchen und dann in den Süden ziehen, so Trost. Alle zwei Stunden würde die Position der Tiere über Satelliten an den Kranichschutz Deutschland gesendet. Einer der Sendervögel bei Dobbin am Krakower Obersee trägt den Namen Grusinus (vom wissenschaftlichen Namen Grus grus abgeleitet), der andere bei Groß Schwiesow heißt Grus beatus (glücklicher Kranich). Weitere sechs Jungkraniche am Cossensee bei Groß Tessin, am Bahnübergang Hoppenrade und am Schlenkengraben bei Kirch Rosin sowie am Upahler See wurden ebenfalls eingefangen und beringt– übrigens ein illusteres Unterfangen. Die Fänger müssten schnell und dürften nicht zimperlich sein. „Naturburschen“, formuliert Trost. Diesen Teil der Aktion übernahm Xavier Chauby aus Frankreich. „Auch ein Praktikant aus Kenia war dabei“, berichtet Trost. Er werde in seiner afrikanischen Heimat im Ehrenamt künftig den Grauen Kronenkranich beobachten. Mit Javier Alonsu war auch ein Kranichexperte aus Portugal im Team. Die Beringung habe der Geschäftsführer des Kranichschutzes Deutschland, Günter Nowald, vorgenommen. Weiter berichtet der hiesige Kranichexperte von einem Kamerateam. Gefilmt wurden einige Sequenzen für einen Beitrag, der 2018 in der Sendung mit der Maus ausgestrahlt werden soll.

Die Beringung habe sich in diesem Jahr etwas schwieriger gestaltet als sonst. Grund dafür sei die Frühjahrskälte. „Der April als Brutmonat war einfach zu kalt“, erklärt Trost. Viele Kranichpaare werden deshalb ohne Nachwuchs bleiben. Andere Paare starteten einen zweiten oder gar dritten Brutversuch. Diese Jungtiere seien jetzt aber noch viel zu klein, um beringt werden zu können, erläutert der Kranichexperte das Problem.

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