Kranich-Jahr : Kraniche denken schon an Paarung

Kraniche am Schlafplatz bei Güstrow: Im flachen Wasser stehend sind sie relativ sicher vor Raubtieren.
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Kraniche am Schlafplatz bei Güstrow: Im flachen Wasser stehend sind sie relativ sicher vor Raubtieren.

Statistik zum Kranich-Jahr 2014 vorgelegt : 223 bekannte Brutplätze 169 Brutpaare und 72 gezählte Jungtiere

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10. März 2015, 06:00 Uhr

Wenn die Rufe der Kraniche in diesen Tagen schon im Morgengrauen zu hören sind, darf vermutet werden, dass sie bereits ihre Brutreviere besetzen. Ende März schon können sich die Großvögel paaren und mit dem Nestbau beginnen, berichtet Guntram Trost, Mitglied der Nabu-Ortsgruppe und Kreiskoordinator Güstrow in der Landesarbeitsgemeinschaft Kranichschutz in Mecklenburg-Vorpommern. Alle Voraussetzungen für eine gutes Kranich-Jahr 2015 sieht Trost mit ausreichenden Wasserständen in den Revieren gegeben.

Im vergangenen Jahr haperte es ein wenig an Nachwuchs. 72 Junge wurden im vergangenen Jahr in der Region Güstrow aufgezogen. Trost stellte jetzt den Kranichbericht 2014 für die Region Güstrow (Altkreis Güstrow vor 1994) vor.

Vermutlich wurden noch mehr Jungvögel flügge. Anders als bei der überschaubaren Population der Störche ist es aber bei den Kranichen weitaus schwieriger, eine korrekte Statistik zu führen: Der einheimische Kranichbestand wird mit rund 1300 Tieren angegeben (600 Brutvögel und 700 Übersommerer). Ihre Brutplätze befinden sich versteckt in Feuchtgebieten, erklärt der Kranich-Fachmann. In der Region gebe es 223 bekannte Brutplätze; 14 davon sind erloschen, 20 waren im vergangenen Jahr nicht besetzt, weiter 40 ohne Nachweis und 169 besetzt. Nur für 72 Nester kann man einen Nachweis führen. 27 Brutpaare zogen je zwei Junge groß, in 18 Fällen ist ein Jungvogel nachgewiesen. „Unsere Kraft reicht nicht aus, um alle Brutplätze zu kontrollieren“, erzählte Guntram Trost gestern, während er zwischen Hoppenrade und Schwiggerow auf der Suche nach möglichen Brutplätzen in einem Moor unterwegs war. Hinweise darauf habe man gefunden. Zur Brutzeit werde man nachschauen, kündigt der Mühl-Rosiner an. Der Kreiskoordinator ist dankbar für jeden Hinweis auf mögliche Brutplätze. „Beobachtet man derzeit Kranichpaare in der Nähe von Feuchtgebieten, liegt der Verdacht nahe, dass sie dort brüten wollen“, erklärt Trost (Hinweise unter Telefon 0162/9875696 oder per E-Mail kranich-guestrow@web.de). Im vergangenen Jahr habe man auch durch Hinweise aus der Bevölkerung 30 neue Brutplätze in der Region Güstrow entdeckt (u.a. Alt Sammit, Augustenberg, Plaaz, Reinshagen und Wilser Hütte).

Im milden Winter 2014/15 bestätigte sich erwartungsgemäß der Trend, auch die kalten Monate im Brutrevier zu verbringen. So wurden etwa 50 Kraniche im Bereich Hoppenrade-Schwiggerow – der Schwerpunktbereich in der Region Güstrow – beobachtet werden, teilt der Nabu-Mann mit.

Ein Blick in die Statistik offenbart eine grandiose Entwicklung der Kranichpopulation: 1967 wusste man von 17 Brutpaaren in der Region Güstrow, 1986 von 42 und 1993 von 50. Ab 1994 gibt es Bestandszahlen für den Altkreis Güstrow, einschließlich Teterow und Bützow: 1996: 170 Brutpaare, 2004: 250 Brutpaare, 2014: 680 Brutpaare. Dabei werden für die Region Güstrow 2014 335 Brutreviere geschätzt. Nach der üblichen Berechnungsgrundlage geht man davon aus, dass bei 223 bekannten Brutrevieren ein weiteres Drittel solcher Plätze unbekannt ist und zehn Prozent der Reviere nicht besetzt sind, erklärt Guntram Trost.

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