Regionale Schule : Krakow ohne Schule – undenkbar!

Lothar Fetzer (l./Schulförderverein) regte auch an, über Schüler aus Hohen Wangelin im Nachbarlandkreis nachzudenken.
Lothar Fetzer (l./Schulförderverein) regte auch an, über Schüler aus Hohen Wangelin im Nachbarlandkreis nachzudenken.

Fortbestand der weiterführenden Schule steht auf der Kippe. Amtsausschuss kämpft mit Krakowern um Erhaltung.

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04. November 2015, 07:00 Uhr

Der Luftkurort ohne weiterführende Schule – das ist undenkbar! Darin waren sich die Mitglieder des Amtsausschusses Krakow am See auf ihrer Sitzung am Montagabend ebenso einig, wie auch Lehrer, Schüler, Vertreter von Vereinen und Verbänden, Stadtvertreter und Politiker aus dem Land und dem Landkreis. Der Kreistag muss wieder einmal über die Schulentwicklungsplanung befinden. Knackpunkt: Die weiterführende Schule in Krakow am See ist gefährdet. Die magische Zahl ist die 36. So viele Schüler müssen in der Klassenstufe 5 vorgewiesen werden. In Krakow am See gelingt dies nicht. Zweimal schon gab es deshalb eine Ausnahmegenehmigung. Aktuell sind es 31 Schüler. Für das nächste Schuljahr – der Tiefpunkt – wären es nur 25. Danach würde es mit den Zahlen wieder bergauf gehen. Das Ausnahmepotenzial aber ist erschöpft.

Auf allen Seiten, so der Eindruck der Amtsausschusssitzung, wird um eine Lösung gerungen. Wenn der Kreistag das letzte Wort hat, empfehlen die Mitglieder des Amtsausschusses ihm, die beiden Schulstandorte im Amtsbereich – Lalendorf und Krakow am See – als eigenständige Regionale Schulen mit Grundschule zu erhalten. Der Krakower Schule sollte eine Genehmigung erteilt werden. Der Weg dorthin: Unterschreitung der Mindestschülerzahl von 36 auf die reduzierte Marke von 22 – dann möglich, wenn Schulwege sonst unzumutbar lang wären (mehr als 60 Minuten für eine Fahrt). Der Schulförderverein hat schon einmal nachgerechnet, berichtete Lothar Fetzer, stellvertretender Vorsitzender. Ein Schüler aus Bornkrug bräuchte beispielsweise 75 Minuten bis zur Schule in Lalendorf oder 80 Minuten bis Zehna.

Zusammenlegung mit Lalendorf keine Option

Der Landkreis, so berichtete Krakows Bürgermeister Wolfgang Geistert, habe zur Problemlösung eine Zusammenlegung der Krakower mit der Lalendorfer Schule angeregt. Es gebe aber einen Haken: Die Lalendorfer Außenstelle Groß Wokern müsste dann wahrscheinlich schließen. „Ein unglücklicher Vorschlag“, formulierte Geistert, den man den Eltern in Groß Wokern nicht plausibel erklären könnte. Außerdem sieht er eine Außenstelle als „Anfang vom Ende“. „Auch der Landkreis hatte mal Außenstellen in Teterow und Bützow“, bemüht Geistert einen Vergleich. Längst seien diese vergessen. Für den Erhalt des Schulstandortes Krakow am See sprächen zu lange Fahrzeiten und ein Aufwärtstrend, den man im Luftkurort registriere: 47 Geburten im Jahr 2014, Zuzug von Familien usw. „Aktuell 41 Erstklässler“, fügt Schulleiterin Heike Watzke hinzu. Sie wies auch darauf hin, dass prognostizierte Schülerzahlen das eine, das Voranschreiten der Inklusion und die Integrierung von Flüchtlingen mit Schulkindern ebenfalls ins Blickfeld gerückt werden sollten.

Hoffnung verbanden gleich mehrere Redner mit dem Landesraumentwicklungsplan, an dem derzeit gearbeitet wird. Darin sind Grundzentren vorgesehen, denen u.a. eine Vorrangstellung auch als Schulstandort zugebilligt werden würde, erklärte Geistert. Eine Chance für Krakow am See, meinten auch die Politiker. Torsten Renz (CDU), Fritz Tack (Die Linke) und Nils Saemann (SPD), Landtagsabgeordnete und gleichzeitig Kreistagsmitglieder, versprachen ihre Unterstützung beim Beschluss des Kreistages über den Schulentwicklungsplan. Renz empfahl darüber hinaus Lobbyarbeit. Grünen-Politikerin Ulrike Berger sieht Änderungen im Schulgesetz und in der Verordnung zur Schulentwicklungsplanung für notwendig. Das aber könnte zu lange dauern für Krakow am See, war man sich ebenfalls einig. 

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