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Bürgerempfang : Krakow macht Vatikan Konkurrenz

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Jahresempfang des Luftkurortes im Zeichen der Unternehmerschaft

von
erstellt am 22.Mai.2015 | 23:30 Uhr

Traditionell am 21. Mai gibt die Stadt Krakow am See ihren alljährlichen Bürgerempfang. Dies war vor 717 Jahren der erste belegbare Tag, an dem Krakow urkundlich erwähnt wurde. Donnerstagabend hätten noch einige mehr in der ehemaligen Synagoge Platz gefunden, doch nur gut die Hälfte der 67 geladenen Gäste kamen. Bürgermeister Wolfgang Geistert wunderte sich darüber, dass doch so einige sich aus dem Urlaub abmeldeten. „Wenn so viele Urlaub machen können, kann man das aber auch als positives Zeichen werten“, wollte das Stadtoberhaupt darüber nicht gleich grollen.

Gekommen waren neben den obligatorisch geladenen Stadtvertretern – und manche von ihnen in Doppelfunktion – vornehmlich Unternehmer aus dem Luftkurort. Im Reigen der thematisch immer wechselnden Krakower Jahresempfänge war diesmal wieder die Unternehmerschaft an der Reihe. Hannes Kremp, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Krakower Unternehmen (IKU), die als Partner der Stadt für diesen Empfang fungierte, legte seinen Redeschwerpunkt auf Betriebe im Luftkurort und der Umgebung, die vor 25 Jahren noch gar nicht oder nur ganz klein existierten. Seither hätten sie eine beachtliche Entwicklung gehabt.


Dank ihrer Wirtschaft Stadt auf festen Füßen


Das ist Güstrower Kies und Mörtel (GKM), das auf neun Standorten mit 45 Mitarbeitern rund 10 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftet und künftig neben dem Kiesabbau auch in der Deponiewirtschaft tätig wird.

Jochen Hornung hat in seiner Zentralbäckerei und 30 Filialen 200 Mitarbeiter in Lohn und Brot.

80 Menschen haben bei Lebo (früher Weidhofer Holzmanufaktur) Arbeit.

Die Van-der-Valk-Gruppe beschäftigt mit ihren Standorten Linstow, Serrahn und Kuchelmiß 250 Mitarbeiter, vornehmlich Frauen.

8000 Tierplätze hält der Oevermann-Agrarbetrieb in Groß Bäbelin vor, erzielt zudem mit Biogasanlage und Solarenergiegewinnung eine hohe Wertschöpfung.

Nicht zuletzt erwähnt wissen wollte der IKU-Vorsitzende die VDV Laser-Stanz-Umformtechnik.

All deren Gründer bzw. maßgeblich für die Entwicklung Verantwortliche waren aus alten Bundesländern nach Krakow gekommen. Ihnen allen gebühre für ihr Engagement ein besonderer Dank, meint Kremp. Denn für Krakow am See sei die Entwicklung solcher Unternehmen von fundamentaler Bedeutung. So betrügen die Steuereinnahmen für die Kommune vergangenes Jahr rund 1,5 Millionen Euro – und überstiegen somit alle Zuwendungen aus Bund und Land, wie Kremp erklärte. Dies trüge wesentlich dazu bei, dass die Stadt Krakow am See wirtschaftlich auf festen Füßen stehe.


Praktikantenbörse als Idee angestoßen


Diese gute Entwicklung dürfe jedoch nicht den Blick für die demografischen Herausforderungen verstellen. Kremp rückte einige Zahlen ins Bewusstsein: Menschen im Altersbereich bis 20 Jahre gab es 1990 in Krakow am See noch 900, jetzt sind es nur noch 500. Auf der anderen Seite der Alters„pyramide“ waren vor 25 Jahren 228 Menschen über der 60er-Schwelle, aktuell gibt es 1276 Bürger im Luftkurort und seinen Ortsteilen jenseits der 60. Hannes Kremp findet einen deftigen Vergleich: Mit seinem von 32 (1990) auf derzeit 47 Jahre gestiegenen Altersdurchschnitt mache Krakow am See dem Vatikan Konkurrenz. Kremp: „Wenn der Vatikan weltweit den höchsten Altersducrhschnitt hat, dann sind wir der Vatikan von Mecklenburg-Vorpommern.“

Für die Unternehmen in der Stadt – und somit also für die Kommune überhaupt – werde dies Auswirkungen haben, die teilweise schon längst spürbar wären. „Wir müssen etwas für junge Menschen tun“, appelliert der Unternehmer. Kremp schlägt als einen Schritt die Einrichtung einer Praktikanten- und Interessentenbörse für das Amt an. „Wir müssen Schülern Zugang zu den Unternehmen anbieten, ihnen zeigen, wen sie wo ansprechen können.“

 

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