Alter Plan im Luftkurort : Krakow am See ringt um neuen Sportplatz

<strong>Trostlos:</strong> Die aktuelle Schulsportanlage verdient kaum ihre Bezeichnung. <foto>Archiv</foto>
Trostlos: Die aktuelle Schulsportanlage verdient kaum ihre Bezeichnung. Archiv

Mit der Planung eines neuen Sportplatzes haben sich die Krakower Stadtvertreter eine harte Nuss für die Sommerpause auf den Weg gegeben. Im September muss die Entscheidung fallen - und mehr wohl über das Wie als das Ob.

svz.de von
27. Juni 2012, 06:12 Uhr

Krakow am See | Mit der Planung eines neuen Sportplatzes haben sich die Krakower Stadtvertreter eine harte Nuss für die Sommerpause auf den Weg gegeben. Im September soll und muss die Entscheidung fallen - und mehr wohl über das Wie als das Ob.

Das Projekt gibt es seit Jahren, für die Verwirklichung fehlte es immer schlicht an Geld. Überraschend stellt jetzt das Schweriner Innenministerium, das auch für den Sport zuständig ist, für dieses Jahr eine Förderung in Aussicht. Prämisse: Es müsse sich um eine Anlage für den Vereinssport handeln. Die infrage kommende Fläche liegt neben der Sporthalle - und er ist das, was die Schule als ihren Sportplatz nutzt. Doch der Förderweg erscheint verlockend: Ein Viertel käme vom Innenminister, die Hälfte könnte aus Mitteln der Städtebauförderung fließen, da fehlte "nur" noch ein Viertel aus Eigenmitteln der Stadt, rund 300 000 Euro. Leicht fiele das der Stadt aber auch nicht. Dieses und nächstes Jahr könne man sich dann nichts weiter leisten, machte Bürgermeister Wolfgang Geistert deutlich. Das hieße die Zurückstellung solcher Vorhaben wie den Weiterbau der Goetheallee, je eines Bahnübergangs in Groß Grabow und im Luftkurort, eines im Bodenordnungsverfahren Groß Grabow/Charlottenthal. Dennoch sprachen sich der Bau- und der Finanzausschuss für die Nutzung der unverhofften Offerte aus.

Gebaut werden solle dieses und nächstes Jahr, mit 100-m-Bahn, Weitsprunganlage, Kugelstoßringen. Allerdings machten die Ausschüsse eine bedeutende Einschränkung: Entgegen dem ursprünglichen Plan möge der Sportplatz mit einer 250-m-Umlaufbahn kleiner werden, um von den prognostizierten 1,2 Millionen Euro Baukosten deutlich abzuspecken.

Ob das in einer erhofften Größenordnung klappt, erscheint laut Kostenschätzung aber fraglich. Gerade mal hart unter der Million bliebe man, wenn es statt eines Kunstrasen-Großfeldes nur ein Kleinfeld gäbe und die ursprünglich geplante 400-m-Rundbahn "eingedampft" wird. Auf letztere, das sei im Gespräch mit Schule und Sportvereinen deutlich geworden, könne man noch verzichten. Ein Kleinfeld jedoch bringe dem Fußballsportverein wenig, stellte der FSV klar. Der Verein benötige dringend zur Entlastung seiner einzigen Spielfläche am Jörnberg einen Kunstrasenplatz, und zwar ein wettbewerbstaugliches Großfeld. Gut wäre eines, das multifunktional nutzbar, etwa auch für Tennis und Volleyball, ist.

Aus Sicht der Stadtvertreter, das wurde auf ihrer Sitzung Dienstagabend deutlich, hat die Schule Priorität. Die Sportanlage wäre ihr einziger, bei einer Evaluation aber als schwerwiegend angeführter wunder Punkt, erklärte Geistert. Willibald Kreibich brachte es auf den Punkt: "Wenn die Schule womöglich deshalb mal schließen müsste, können wir hier die Bürgersteige hochklappen." Ohne FSV aber wäre die Schweriner Prämisse nicht erfüllt, denn andere Vereine kämen, wenn überhaupt, gerade mal als Zweitnutzer für solch eine Anlage infrage.

Wie also entscheiden, damit rechtzeitig im September die Förderung beantragt werden kann? Die Krakower Stadtvertretung ist sich da uneins. Deshalb soll der Planer noch einmal tiefgründiger rechnen - nun mit dem Großfeld als zunächst bevorzugte und dem Kleinfeld als Ersatzvariante.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen