Angespannte Haushaltslage : Krakow am See plant Investitionen trotz Finanzlücke

Feierten mit den Bewohnern gestern Richtfest: Peter Struve, Geschäftsführer DRK-Kreisverband Güstrow, Marion Köster, Karin Jarchow und Planer Wolfgang Geistert (v.l.)
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Feierten mit den Bewohnern gestern Richtfest: Peter Struve, Geschäftsführer DRK-Kreisverband Güstrow, Marion Köster, Karin Jarchow und Planer Wolfgang Geistert (v.l.)

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12. Dezember 2013, 06:00 Uhr

Die gute Nachricht zuerst: Krakow am See hat einen Haushalt 2014, kann also planen. Ohne große Diskussion verabschiedeten die Stadtvertreter das Zahlenwerk am Dienstagabend gleichzeitig mit dem Haushaltssicherungskonzept. Doch das zeigt schon: der Haushalt ist defizitär. Trotz geplanter Einsparungen kann der Haushalt auch bis 2017 nicht ausgeglichen werden. Die Haushaltssituation der Stadt sei „mehr als angespannt“, heißt es in dem Konzept.

Dennoch wird es keine Steuererhöhungen geben und auch die freiwilligen Leistungen seien 2014 weitgehend konstant, informiert Bürgermeister Wolfgang Geistert. „Hier haben wir keine großen Posten rausgenommen.“ Einsparmöglichkeiten sieht er noch bei der Eingliederung des städtischen Kulturbereiches in die Tourismus GmbH. Eines seiner Lieblingsprojekte. „Aber es wird immer schwerer, weitere Sparmöglichkeiten zu finden, die effektiv wären. Irgendwann hat man sich totgespart. Die Bibliothek oder mein Vorzimmer oder gar den Bürgermeister abschaffen? Das ist nicht zielführend“, sagt Geistert.

Trotz der schwierigen Haushaltslage plant Krakow am See für nächstes Jahr wieder Investitionen in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro. „Hier haben wir umfangreiche Fördermittel gegengerechnet“, so Geistert. Geplant ist der Ausbau des Weges von Marienhof nach Steinbeck. „Das ist sehr teuer, aber damit bekommt der letzte Ortsteil eine befestigte Straßenanbindung“, sagt der Bürgermeister. Auch mit dem Ausbau des Steinbecker Weges in Bellin sollen drei Gehöfte angebunden werden. „Dann ist auch hier alles fertig.“ Im Haushaltsplan enthalten ist auch ein kombinierter Wanderweg von neu Sammit nach Krakow am See. „Der soll parallel zur B 103 entstehen und die Jugendbegegnungsstätte in Neu Sammit besser mit Kraklow am See verbinden“, erklärt Geistert. Weitere geplante Investitionen (Auswahl): ein Zelt für die Jugendfeuerwehr, die Zufahrt zur Löschwasser-Entnahmestelle in Bellin, der Gehweg Krakower Straße in Bellin sowie eine IT-Anlage für die Feuerwehr.


Neue Unterkunft für Feuerwehr in Bellin


Ein großer Posten im Investitionsprogramm ist der Aus- und Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Bellin zum Feuerwehrgerätehaus – knapp 600 000 Euro. „Feuerwehr und Bewohner sollen das Haus gemeinsam nutzen“, sagt Geistert. Mit den Nein-Stimmen der CDU beschloss die Stadtvertretung die Aufnahme dieses Vorhabens in den Haushalt 2014. „Das muss in den Haushalt, damit wir Fördermittel beantragen können“, unterstrich Stadtvertreter Jörg Oppitz vom Heimatverein Charlottenthal. „Wenn wir das Vorhaben jetzt rausnehmen, kommt das Projekt zum Stillstand“, sagte Geistert. Nils Ruhnau betonte für die CDU-Fraktion, dass die CDU voll hinter der Feuerwehr stehe und auch die Notwendigkeit einer Verbesserung in Bellin sehe, „aber wir kritisieren die Verfahrensweise“. Er bemängelte Informationsdefizite über das Vorhaben im Vorfeld und, dass der Antrag für den Umbau des Feuerwehrgerätehauses/Dorfgemeinschaftshauses von der SPD eingebracht worden sei.

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