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SVZ Serie “Ehrensache“ : Kraftfahrer und Mann für alle Fälle

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Ehrensache“: Egon Boddien ist Betreuer beim Güstrower SC und erhielt jetzt die Ehrennadel des Landesfußballverbandes MV

Seine ehrenamtlich geleisteten Stunden mag Egon Boddien aus Güstrow gar nicht zählen. Der 64-Jährige ist als Busfahrer, Mann für alle Fälle und Betreuer für den Güstrower SC 09 tätig. Für sein besonderes Engagement wurde er kürzlich mit der Ehrennadel des Landesfußballverbandes ausgezeichnet, die ihm Geschäftsführer Bastian Dankert überreichte.

Seit September sieht man Egon Boddien hinter dem Steuer eines Mercedes Tourino sitzen. Der mit 30 Plätzen ausgestattete Bus löste ein sehr viel älteres und kleineres Modell des Vereins ab. Zu Punktspielen werden die Fußballer damit transportiert und nur ungern gibt Egon Boddien das Steuer aus der Hand. Der 64-Jährige kümmert sich um die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge, sorgt dafür, dass sie rechtzeitig zur Durchsicht kommen sowie dass sie sauber und aufgetankt zur Verfügung stehen. „Ich habe das eigentlich schon immer gemacht“, sagt Egon Boddien. Schon seit er 1980 bei der Post als Kraftfahrer arbeitete, habe er Fahrten für Sportler übernommen. Ob Kegler, Volleyballer oder Fußballer – er kenne es gar nicht anders. Spätestens als er ab 1983 einen LO-2000-Bus mit 20 Sitzplätzen mit aufbaute, hatte ihn das „Bus-Fieber“ gepackt.

Vor zehn Jahren nun war er in den Vorruhestand gegangen. „Ich hatte Zeit, denn zu Hause sitzen, wäre langweilig für mich“, begründet er sein großes Engagement beim GSC. Missen möchte er diese Fahrten mit der jüngeren Generation in keinem Fall. „Fantastische Sachen habe ich erlebt, zum Beispiel mit den Rollkunstläufern. Was die alles können, ist enorm“, schwärmt der zweifache Vater.

Geboren ist Egon Boddien in Lübzin bei Bützow, besuchte dort und in Witzin die Schule. Eine dreijährige Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher folgte im thüringischen Eisenberg. Doch der Beruf sei nichts für ihn gewesen. Darum begann er als Telefonist und Fernschreiber bei der Armee in Devwinkel, später absolvierte er eine dritte Ausbildung als Berufskraftfahrer bei der Staatsbank und hatte damit wohl seinen Beruf oder auch seine Berufung gefunden.

Jetzt wird der Bus hin und wieder an andere Vereine vermietet – auch da sitzt Egon Boddien am liebsten selbst hinter dem Lenkrad. Nur durch solche Vermietung kann sich der Verein den Bus leisten. Wenn Egon Boddien nicht auf dem Fahrersitz des Busses sitzt, ist er auch andersweitig für den GSC im Einsatz. Er holt Brötchen, Aufstrich und Obst, bereitet Schnittchen vor und sorgt für Getränke bei Sportveranstaltungen. Auch das Eis zum Kühlen von möglichen Verletzungen gehört zu seinem Aufgabengebiet. Manchmal muss er für sein Ehrenamt recht früh aufstehen. „Wenn es nach Bergen oder Binz geht, geht es zeitig los“, sagt Egon Boddien. Und so manches Mal reicht eine 40-Stunden-Woche nicht aus. Doch all das hält den 64-Jährigen nicht davon ab, sich hier einzubringen. Dankbar ist er auch seiner Lebenspartnerin Sabine Köpcke, die sein Engagement unterstützt. „Sie hilft mir und hält mir den Rücken frei“, so Egon Boddien.

Auch wenn es nicht die Hauptsache ist, hat er sich über die Auszeichnung und Anerkennung seiner ehrenamtlichen Arbeit gefreut. Motivation hat er noch für viele Jahre. „Es macht mir viel Spaß, auch wenn ich zwischen den jungen Leuten manchmal etwas ‚altbacken‘ daher komme“, sagt der Güstrower. Den gegenseitigen Austausch von Meinungen unterschiedlicher Generationen möchte er nicht missen.



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