„Clowns ohne Grenzen“ : Kraft des Humors nach Peru bringen

spaß und gute laune wollen sie verbreiten - heiko mielke - kerstin daum und andreas gottschalk - von links

Andreas Gottschalk aus Güstrow ist im Herbst mit „Clowns ohne Grenzen“ unterwegs / Hilfe für Kinder in den ärmsten Gegenden

von
18. April 2015, 06:00 Uhr

Mit roter Clownsnase, lachendem Gesicht, Ukulele in der Hand und vielen witzigen Ideen wollen die Clowns Andreas Gottschalk, Kerstin Daum und Heiko Mielke Kinder glücklich machen. Und zwar solche, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Die drei haben einige Tage im Pfarrhaus in Lüssow ein Programm einstudiert und geprobt. Im September wollen sie ihre Show vor allem in Waisenhäusern und armen Gegenden in Peru zeigen. Träger dieses Einsatzes für den Humor wird der Verein „Clowns ohne Grenzen“ sein.

Bei der Clowns-Show kommt es insbesondere auf Mimik und Gestik an, um bei Jungen und Mädchen des peruanischen Landes den Lach-Nerv zu treffen. Während der Proben war für zwei Tage Regiehelfer Stefan Schiegl aus München nach Lüssow gekommen. „Mir kommt es darauf an, dass diese Clowns-Show ohne viel Sprache, also nonverbal, verständlich ist“, sagte er. Schiegl ist eines der Gründungsmitglieder des organisierenden Vereins. Alle drei Clowns bringen einiges an Erfahrung und auch ihre eigenen Ideen mit. Der Güstrower Andreas Gottschalk ist ebenso wie Kerstin Daum als Klinikclown beim Verein „Rostocker Rotznasen“ aktiv. Der dritte im Bunde, Heiko Mielke, zählt zu den Gründungsmitgliedern bei „Clowns ohne Grenzen“ und ist mehrfach im Jahr im Einsatz – als hauptberuflicher Clown.

Andreas Gottschalk hingegen nimmt in dieser Zeit frei von seiner sonstigen beruflichen Tätigkeit als Sozialpädagoge. Das Zusammenspiel des Reisens in ein fernes Land sowie der sozialen und künstlerischen Komponente in diesem Projekt hat ihn besonders gereizt. Aber es geht um mehr. „Bei unserer Arbeit können wir immer wieder die Kraft des Humors, der Fantasie, der Poesie, der Musik, des Lachens – die Wirkung des Clowns auf die Stimmung bestaunen. Aber bislang nur in Deutschland. Angeregt durch die Ideen und Berichte der ,Clowns ohne Grenzen’ wollen wir dieses Geschenk auch zu Menschen in andere, nicht so privilegierte Gegenden der Erde bringen“, sagt er.

Den ersten Impuls für die Auswahl des Reiseziels gab der persönliche Kontakt zum Techniker eines Ärzteteams, das regelmäßig nach Peru reist, um Kinder mit der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zu operieren. „Außerdem leiden die Menschen gerade dort in den Bergbauregionen unter Umweltverschmutzungen und Vergiftungen durch Blei“, so das Team. Die Folgen der mangelhaften Gesundheitsversorgung träfen besonders Kinder. Viele würden an Durchfallerkrankungen, Blutarmut, Atemwegserkrankungen und Unterernährung leiden.

An den drei Probentagen wurden die Clowns von der Kirchgemeinde Lüssow unterstützt und konnten im dortigen Pfarrhaus kostenfrei unterkommen. „Dafür sagen wir herzlich Dankeschön und würden uns freuen, wenn auch weitere Unterstützungen für den Verein eingehen würden. Der Verein „Clowns ohne Grenzen“ finanziert die Reise für die Clowns in die jeweiligen Länder und benötigt dafür finanzielle Unterstützung (siehe Hintergrund).

Für die drei Clowns ist jetzt erst einmal wieder der normale Alltag angesagt. Erst einen Tag vor der großen Reise werden sie sich nochmal treffen, um das Programm aufzufrischen, um dann am 20. September nach Peru zu starten. Zwei Auftritte pro Tag sind in dem Land geplant, drei Wochen lang. „Das wird richtig harte Arbeit“, sagt Gottschalk. Doch das sei es Wert. Schließlich dürfen sie dann auch auf zweieinhalb bis dreitausend Metern Höhe in glückliche Kindergesichter schauen und sicher viele Mädchen und Jungen fröhlich machen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen