Güstrower Ehrenbürgerin ruht in Berlin : Kowalewskaja wird in Berlin beigesetzt

Slata  Kowalewskaja
Slata Kowalewskaja

Hinterbliebene der gestorbenen Ehrenbürgerin danken Güstrow für umfangreiche Würdigungen.

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16. März 2016, 05:00 Uhr

Slata Kowalewskaja wird ihre letzte Ruhestätte auf einem orthodoxen Friedhof in Berlin finden. Dies teilt Tochter Anna Pöthke im Namen der Familie mit. Anna Pöthke schreibt: „Der Vorschlag von meiner Schwester und mir, unsere Mutter in Berlin an der orthodoxen Kirche in russischem Boden zu beerdigen, wurde von allen Familienmitgliedern für gut und richtig befunden. Wir sind fest davon überzeugt, dass dies der wahre Wunsch-Bestattungsort unserer Mutter ist. Es ist daran zu erinnern, dass Slatas Eltern enge Bindung zur Kirche hatten, ihr Großvater ein Priester war und sie aus dieser christlichen Haltung auch in Berlin Kontakt zur russischen Kirche immer pflegte.“

Der Freundeskreis hatte einen wiederholt geäußerten Wunsch Kowalewskajas nach einem Grab in Güstrow ins Spiel gebracht, nachdem die letzte noch lebende Ehrenbürgerin Güstrows am 3. März im Alter von 92 Jahren gestorben war. Bürgermeister Arne Schuldt zögerte jedoch, auf die Zuständigkeit der Stadtvertretung für ein mögliches Ehrengrab verweisend. Deren nächste Tagung erst am 31. März erschien den Hinterbliebenen für eine Entscheidung als zu spät.

„Die Liebe, Fürsorge und Ehre, die unsere Mutter in Güstrow erfuhr, erkennen wir hoch an, dafür kann man auch nicht genug danken“, schreibt die Familie. Berlin sei für die Güstrower Ehrenbürgerin zur zweiten Heimat geworden. Und: „Wir würden uns sehr freuen, wenn unsere Mutter in Güstrow weiterhin verehrt wird – egal auf welche Art es die Menschen dort tun wollen.“ Überlegenswert sei es aus Sicht der Familie, möglicherweise eine Schule (Kowalewskaja war Lehrerin), einen Kindergarten oder eine Straße nach Slata Kowaleskaja zu benennen. Zugleich regt die Familie an, in das in Güstrow ohnehin schon würdige Gedenken auch andere Beteiligte an den Kapitulationsverhandlungen am 2. Mai 1945 einzubeziehen und z. B. für ein Denkmal zur Rettung von Güstrow einzutreten. „Hier könnten dann Wilhelm Beltz, Friedrich Schult und Slata gewürdigt werden.“ Als ein geeigneter Zeitpunkt käme vielleicht der 75. Jahrestag der Befreiung 2020 in Betracht.

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