Güstrower Ehrenbrügerin gestorben : Kowalewskaja: Beisetzung in Güstrow?

Slata Kowalewskaja starb am 3. März.
Slata Kowalewskaja starb am 3. März.

Gestorbene Ehrenbürgerin wünschte sich letzte Ruhestätte in Güstrower Erde. Die Stadt zögert noch.

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10. März 2016, 12:00 Uhr

Die letzte noch lebende Ehrenbürgerin Güstrows, Slata Kowalewskaja, ist vor einer Woche im Alter von 92 Jahren gestorben (SVZ berichtete). Ein immer wieder geäußerter Wunsch der Verschiedenen war es, solange sie sich dazu vor ihrer Erkrankung vor etwa vier Jahren äußern konnte, dass sie in Güstrow begraben werden möchte. Dies berichtet Beate Krüger, die über 30 Jahre mit der gebürtigen Ukrainerin eng vertraut war und Vorsitzende des „Freundeskreises Slata Kowalewskaja“ ist. Kowalewskajas Tochter Anja Pöthke bestätigte den letzten Wunsch ihrer Mutter gestern der SVZ.

Jedoch erscheint es derzeit ungewiss, wo Slata Kowalewskaja ihre letzte Ruhestätte finden wird. Bürgermeister Arne Schuldt vertröstete die Hinterbliebenen mit der Entscheidung auf die nächste Sitzung der Stadtvertreter. Die ist erst für den 31. März anberaumt. Schuldt: „Es geht um ein Ehrengrab. Das kann nur die Stadtvertretung entscheiden. Wir sind mit der Familie im Gespräch.“

Der Familie indes kommt der recht späte Termin gar nicht recht. „Meine Schwester und ich neigen nicht dazu, das zu verzögern. Aber wir möchten das natürlich auch gerne in unserer Mutters Sinn regeln“, sagt die heute in Backnang lebende Tochter. Als Alternative zu Güstrow würde Slata Kowalewskaja ansonsten in Berlin bestattet werden, kündigte Anja Pöthke an.

Vergangenen Donnerstag, dem 3. März, war Slata Kowalewskaja, die in den letzten Kriegsjahren in der Stadt ihrer großen Liebe als sogenannte Ostarbeiterin in einem Haushalt gearbeitet hatte, friedlich in ihrer Berliner Seniorenwohngemeinschaft eingeschlafen. Am 2. Mai 1945 stand sie der deutschen Parlamentarierdelegation, die mit der sturmbereiten Roten Armee die kampflose Übergabe der Stadt aushandelte, als Dolmetscherin zur Seite. Für diese mutige Tat, die Güstrow vor der Zerstörung bewahrte, ernannte die Stadtvertretung sie zur Ehrenbürgerin.

Von den 17 Güstrower Ehrenbürgern ruhen acht in Ehrengräbern in Güstrower Erde.

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