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Nach Massenschlägerei : Konfliktherd Bahnhof Güstrow

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gleich zwei Massenschlägereien von jungen Zuwanderern kurz hintereinander - Polizei ermittelt wegen zwei Körperverletzungen.

von
erstellt am 14.Nov.2017 | 14:30 Uhr

Der Güstrower Bahnhof wird immer mehr zum Treffpunkt junger Flüchtlinge, die hier verstärkt ihre Konflikte untereinander austragen. Das bestätigte die Güstrower Polizei auf SVZ-Nachfrage. „Wir haben das Geschehen am Bahnhof schon länger im Auge“, so Polizeihauptkommissar Gert Frahm von der Polizeiinspektion  der Barlachstadt. „Hier trifft alles aufeinander.“ Regelmäßig halte sich am Bahnhof eine größerer Gruppe von Migranten auf.  „Es ist uns auch bewusst, dass es zwischen den einzelnen Nationen ein gewisses Konfliktpotenzial gibt“, sagt Frahm. Am Montag eskalierte dieser Konflikt   zu zwei  Massenschlägereien (SVZ berichtete). Und auch heute kam es wieder zu einer Auseinandersetzung.

In der Eisenbahnstraße gerieten gegen 14.40 Uhr drei Männer mit Migrationshintergrund aneinander. Dabei benutzten sie auch eine Messerklinge und eine Alustange. „Es gab zwei Männer mit leichten Schnittverletzungen. Darunter derjenige, der die Klinge nutzte“, informiert Gert Frahm.

Am Montag gegen 14 Uhr hatten sich etwa 20 junge Zuwanderer aus Marokko, Syrien und Afghanistan   auf dem Bahnhofsvorplatz geprügelt –  der Großteil von ihnen aus Flüchtlingsheimen aus dem Landkreis, so Frahm. „Wie wir momentan wissen, spielten Deutsche bei dem Vorfall keine Rolle. Alle Beteiligten hatten einen Migrationshintergrund.“ Dabei wurde  ein Mann aus Marokko verletzt. 

Gegen 16 Uhr kam es dann Montag wieder in Bahnhofsnähe im Werkweg  zu einer weiteren Massenschlägerei, bei der der zuvor verletzte Marokkaner als Hauptverdächtiger von der Polizei in Gewahrsam  genommen wurde.  Er habe den größten Tatbeitrag gehabt, von ihm sei die Geschichte ausgegangen, erklärt Frahm. Ein ebenfalls junger Zuwanderer war aus einer Gruppe von etwa zehn Personen heraus angegriffen worden und wurde dabei am Kopf verletzt.  Die Polizei stellte in unmittelbarer Umgebung Mitglieder dieser Gruppe und nahm den mutmaßlichen Haupttäter mit auf die Wache. Nach der Sicherung von Spuren wurde er jedoch wieder entlassen.

Zu den  Hintergründen dieser Auseinandersetzungen rund um den Güstrower Bahnhof kann die Polizei noch keine konkreten Angaben machen. „Aber es gibt Anhaltspunkte, dass   die  Schlägereien von Montag und von gestern miteinander zusammenhängen“, sagt   Frahm.  So seien  bei  beiden Vorfällen am Montag  die gleichen Schlüsselpersonen beteiligt gewesen. Dennoch tappt die Polizei bei den Motiven im Dunkeln. „Keiner der Beteiligten vor Ort hat deutsch gesprochen“, sagt der Polizeihauptkommissar.

Laut Frahm sei es  das erste Mal in Güstrow passiert, dass so ein Konflikt zwischen jungen Zuwanderern in der Öffentlichkeit ausgetragen worden sei. Doch bereits am 30. September waren am Ulrichplatz zehn bis 15 junge Leute größtenteils mit Migrationshintergrund aufeinander losgegangen. Dennoch seien die Verhältnisse in Güstrow nicht mit den Vorfällen in Schwerin und Rostock vergleichbar, ist Frahm überzeugt. Am Schweriner Marienplatz sowie am Kröpeliner Tor in Rostock ist es bereits öfter zu Auseinandersetzungen von jungen Migranten gekommen.

Nach den beiden Schlägereien  Montag und der gestrigen Auseinandersetzung ermittelt  die Kripo Güstrow in allen Fällen wegen  gefährlicher Körperverletzung. „Die Polizei hat zudem den Bahnhof für sich als Schwerpunkt erkannt und wird das Geschehen weiter beobachten“, sagt  Frahm.

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