Bundestagswahl 2017 : Knochenjob für Briefwahlhelfer

Voraussichtlich rund 8  000 Briefumschläge müssen die Güstrower Wahlvorstände und ihre Helfer am Wahlsonntag aufschlitzen (Symbolbild).
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Voraussichtlich rund 8 000 Briefumschläge müssen die Güstrower Wahlvorstände und ihre Helfer am Wahlsonntag aufschlitzen (Symbolbild). 

Rekordbeteiligung an Briefwahl: Barlachstadt Güstrow erweitert für Sonntag ihre Briefwahlvorstände.

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18. September 2017, 21:00 Uhr

Am 24. September wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt. Zusätzlich bestimmen an diesem Sonntag die Bürger ab 16 Jahren in Güstrow und Laage ihren neuen Bürgermeister. Schon jetzt steht zumindest für die Kreisstadt fest: Die Wahlbeteiligung per Briefwahl war nie so hoch. „Bisher waren 2727 Briefwähler der höchste Wert, den wir in Güstrow hatten. Das war 1998. In diesem Jahr haben wir bereits jetzt mehr als 3300 Wahlscheine für die Briefwahl ausgegeben“, informierte am Montag Güstrows Gemeindewahlleiterin, Cornelia Prüfer. Ob sich daraus auch eine generell höhere Wahlbeteiligung als in den vergangenen Jahren ableiten lässt, könne man jedoch nicht voraussagen.

Um den großen Anteil der eingehenden Briefe am Wahlsonntag bewältigen zu können, hat Prüfer schon mal die Zahl der Briefwahlvorstände verdoppelt: Die zwei gemeldeten Briefwahlvorstände werden aufgesplittet in jeweils zwei für die Bundestagswahl und zwei für die Bürgermeisterwahl. Jeweils weitere freiwillige Helfer habe sie dafür gewinnen können, um nicht erst nach Auszählung der Briefstimmen zur Bundestagswahl, wie laut Wahlvorschriften vorgegeben, mit der Auszählung der Briefstimmen zur Bürgermeisterwahl beginnen zu müssen. Die Ermittlung der Briefwahlergebnisse sei, weil ja die tausenden Briefe aufgeschlitzt werden müssen, enorm aufwändig und zeitraubend. Prüfer: „Das ist für die Wahlvorstände und ihre Helfer Knochenarbeit.“

Und es stellt für die Organisatoren vor Ort auch eine logistische Herausforderung dar. Schließlich muss Platz gefunden werden, um große Tischflächen für die Ablage von immerhin jeweils voraussichtlich rund 2000 Briefe zu ermöglichen. So muss im Güstrower Rathaus, in dem es nur drei große Beratungsräume gibt, auch das Standesamt für einen der vier Briefwahlvorstände genutzt und eingerichtet werden.

Somit könne sich in Güstrow im Ratssaal, im Stadtvertretersaal, im Fraktionsraum und im Eheschließungsraum – alles im Rathaus – jedermann davon überzeugen, dass auch die Briefwahl eine geheime Wahl ist. Prüfer: „Auch die Tätigkeit der Briefwahlvorstände ist natürlich öffentlich.“ Um 15 Uhr beginnen am Sonntag in Güstrow die Briefwahlvorstände in diesen vier Räumen mit dem Öffnen der äußeren Umschläge. Bis 18 Uhr, so hofft Prüfer, sollten dann schon mal die Wahlscheine, auf denen die persönlichen Daten des Wählers erfasst sind, von den weiter noch verschlossen bleibenden Umschlägen mit den Stimmzetteln getrennt werden. Die Stimmzettelumschläge wandern in eine bereit stehende Wahlurne. Diese darf erst um 18 Uhr, wenn die Wahllokale geschlossen werden und die Wahl beendet ist, geöffnet werden. Dann geht es ans Aufschlitzen der inneren Briefumschläge, und das Auszählen der darin befindlichen Stimmzettel kann beginnen.

In Laage, wo man mit großer Spannung auf das Ergebnis der Bürgermeisterwahl warten wird, hat Gemeindewahlleiterin Petra Müller den Arbeitsbeginn des Briefwahlvorstandes mit dem Öffnen der äußeren Briefumschläge auf 16 Uhr festgelegt. Im Amt Krakow am See bittet Gemeindewahlleiterin Steffi Lucht den Briefwahlvorstand bereits um 14.30 Uhr ins Rathaus.

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