Bauprojekt in Güstrow : „Klosterhof tolle Herausforderung“

Vor-Ort-Termin: Die AWG-Vorstände Marco Mischinger, Norbert Karsten, Brigitte Kornmesser und Elgin Stündel (v.l.) machten sich ein Bild von dem Bauareal Klosterhof. Im Hintergrund der ebenfalls von der AWG gebaute Sonnenhof.
Vor-Ort-Termin: Die AWG-Vorstände Marco Mischinger, Norbert Karsten, Brigitte Kornmesser und Elgin Stündel (v.l.) machten sich ein Bild von dem Bauareal Klosterhof. Im Hintergrund der ebenfalls von der AWG gebaute Sonnenhof.

AWG diskutierte auf ihrer Klausur am Sonnabend das Für und Wider einer Bebauung in der Güstrower Innenstadt

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10. Januar 2016, 13:34 Uhr

Die Allgemeine Wohnungsbau-Genossenschaft (AWG) Güstrow-Parchim und Umgebung will den Klosterhof in der Güstrower Innenstadt gegenüber dem ebenfalls von der AWG gebauten Sonnenhof bebauen. Vorstand, Aufsichtsrat und leitende Mitarbeiter verständigten sich bei einer Klausur am Sonnabend zudem darauf, eventuell auch das marode Gebäude Pferdemarkt 45 mit dem Durchgang von der Engen Straße zum Klosterhof zu sanieren und in das Projekt zu integrieren. Dieses Gebäude war bisher der Knackpunkt. Die Stadt möchte die Immobilie erhalten, während die AWG sich bisher skeptisch in Bezug auf Vermietbarkeit und die Sanierungskosten zeigte.

Aus diesem Grund hatte die Genossenschaft die Güstrower Architekten Gabriele Schuldt und Alexander Zorbas eingeladen. Nach der Auswertung von Gutachten kamen sie zu dem Schluss, dass es erheblicher Aufwendungen zur Sanierung und Modernisierung des Hauses Pferdemarkt 45 bedarf. Auch müssen zahlreiche Kompromisse eingegangen werden. So sollten Anbauten und Nebengebäude entfernt werden. Auch die Rückfront des Hauses sei nicht zu halten, außerdem müsse der Baugrund stabilisiert werden. Dennoch könne die städtebauliche Bedeutung des Hauses aufgewertet werden, was in der Regel zu einer höheren städtebaulichen Förderung führe, erklärte Gabriele Schuldt. „Es ist möglich, aus diesem hässlichen Entlein einen schönen Schwan zu entwickeln“, versicherte sie.

Die Architekten stellten einen Entwurf vor, nach dem in der Immobilie sieben Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von über 500 Quadratmetern entstehen könnten. Die Gesamtkosten veranschlagten sie mit 1,9 Millionen Euro, auf eine Förderung von etwa 50 Prozent könne man hoffen. Jana Reimer, Abteilungsleiterin Vermietung bei der AWG, konnte sich nach der ersten Kenntnisnahme des Projektes gut vorstellen, dafür Interessenten zu finden. „Es gibt ein Klientel, dass gerade solche individuell zugeschnittenen Wohnungen sucht“, stellte sie fest. Und auch AWG-Vorstandschef Norbert Karsten sagte: „Ich stand dem Projekt anfangs skeptisch gegenüber, aber die Präsentationen haben mich überzeugt. Ich denke, es wäre eine tolle Herausforderung für unsere Genossenschaft.“

Entscheidet sich die AWG für den Pferdemarkt 45, dürfte der Bebauung des gesamten, zirka 3500 Quadratmeter großen Areals nichts im Wege stehen. Jens Theege vom Ingenieurbüro Baupartner, der als „geistiger Vater“ des AWG-Sonnenhofs gilt, stellte eine erste Konzeption des Vorhabens vor. Danach würden 25 Wohnungen für einen Bewohnermix aus jungen Familien und betreutem Wohnen entstehen. In der Planung sind komfortable Drei- und Vierraumwohnungen vorgesehen. „Nach den Erfahrungen mit dem Sonnenhof setzen wir auf einen großzügigeren Zuschnitt der Wohnungen“, erklärte Theege. „Die Bebauung des Klosterhofs reizt uns sehr. Als Wohnungsunternehmen in dieser Stadt wollen wir einen aktiven Beitrag zur Aufwertung der Innenstadt leisten und unseren Mitgliedern attraktive Wohnungen anbieten“, sagte Karsten.

Sollten die Würfel für den Klosterhof fallen, strebt die AWG eine erste öffentliche Vorstellung des Projektes zum Tag der offenen Tür am 2. April an. An der Vertreterversammlung am 7. Mai liegt es dann, das Vorhaben zu bestätigen. 



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