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KMG-Krankenhaus Güstrow : Klinikum baut zwei neue Kraftwerke

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Das KMG-Klinikum Güstrow investiert in die Modernisierung der Eigenstromerzeugung in diesem Jahr zwei Millionen Euro und erhöht sie von 50 auf 70 Prozent. Dadurch wird auch die Energieversorgung im Haus sicherer.

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erstellt am 25.Apr.2013 | 09:24 Uhr

Güstrow | Joachim Stoll, Chef für die gesamte Technik im KMG-Klinikum Güstrow, steht gestern Nachmittag vor den vier Modulen des Blockheizkraftwerkes in den Katakomben des Krankenhauses. "Dieses Heizwerk steht seit 1996. Als das Klinikum 1999 eröffnet wurde, war es schon drei Jahre alt. Jetzt haben wir 2013. Da muss ich nicht betonen, welchen Sprung es seitdem im Wirkungsgrad der Kraft-Wärme-Kopplung gegeben hat", erzählt der Energiefachmann.

Auf diese und ähnliche Reserven verwies vor einem Jahr der so genannte "Green Check" eines Beratungsunternehmens der Siemens AG (wir berichteten). Es ging um Verbesserungspotenziale in den Bereichen der Energienutzung, bei der Beleuchtung, im Einsatz von regenerativen Energien und bei der Bewirtschaftung der medizintechnischen Anlagen. Gleichzeitig zeigten die Experten auf, dass Technologien in der Energieversorgung mittlerweile so weit vorangeschritten sind, dass Rohstoffe eingespart werden können sowie die Ökobilanz und die Wirtschaftlichkeit verbessert werden können.

Anteil der Eigenstromversorgung von 50 auf 70 Prozent erhöhen

"Das haben wir gern aufgegriffen", betont Verwaltungsdirektor Matthias Fischer. Man habe nach dem Check im Energiemanagement zielstrebig die Anregungen weiterentwickelt, Angebote eingeholt, unterschiedlichste Varianten geprüft. Das Ergebnis: Das KMG-Klinikum modernisiert und erneuert die Energieversorgung und investiert bis zum Ende des Jahres rund zwei Millionen Euro. "Damit soll sich der Anteil der Eigenstromversorgung von 50 auf 70 Prozent erhöhen", betont Fischer. Aber die Energieversorgung im Haus werde dadurch auch sicherer, das Klinikum werde wirtschaftlich unabhängiger, sagt der Verwaltungschef. Schwerpunkt ist die Erneuerung der Blockheizkraftwerk-Technik. Das jetzige wird bis zum Jahresende durch zwei neue ersetzt. Die Stromerzeugung erhöht sich damit um das Doppelte, hinzu kommt die höhere Wärmeerzeugung. Joachim Stoll: "Die Klinik reagiert damit auch auf die immer weiter steigenden Energiekosten, bei denen kein Ende abzusehen ist."

Umgesetzt wird das Vorhaben auf der Grundlage eines Vertrages, den das Klinikum gestern mit der Siemens AG unterzeichnete. Die setze es "sozusagen als Generalauftragnehmer", so Fischer, um. Das Gesamtprojekt besteht aus zehn Maßnahmen. Darunter auch die Wärmerückgewinnung. Michael Runkewitz, Leiter Vertrieb bei Siemens Deutschland: "Wir werden z.B. in der Medizintechnik die Abwärme eines Magnetresonanztomografen, der eine hohe elektrische Anschlussleistung hat, für das Beheizen des Gebäudes nutzen." Der Vertrag sichere dem Klinikum aber auch das Umsetzen aller Vorhaben bis hin zur Wartung, zum Service und zum Controlling, hebt Mathias Ulbricht von Siemens Deutschland hervor.

Zusätzlich zu diesem Projekt wird auf dem Dach des Klinikums eine Photovoltaikanlage gebaut. Fischer: "Der dort erzeugte Strom dient zu 100 Prozent dem Eigenverbrauch und verbessert die Ökobilanz nochmals. Beide Maßnahmen zusammen führen zu einer Reduzierung der CO2-Emission in Höhe von 600 Tonnen pro Jahr."

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