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Güstrower Anzeiger

14. Dezember 2017 | 11:14 Uhr

20 Fragen : Klimawandel bereitet ihm Sorgen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

20 Fragen an Alois Kroschewski / Er leitete über 30 Jahre die technologische Forschung in Gülzow / Sein Hobby: die Phänologie

Als Bauernsohn wurde Alois Kroschewski heute vor 83 Jahren in Ostpreußen geboren. Aus der Heimat vertrieben kam die Familie nach dem Zweiten Weltkrieg nach Breesen, wo er zu einem Bauern in die Lehre ging. Es folgten die Landwirschaftsschule und später ein Fernstudium, das er als Diplom-Landwirt abschloss, und die Promotion. Alois Kroschewski arbeitete als Agronom, war LPG-Vorsitzender in Breesen, ging 1964 an das damalige Komplexinstitut für Getreide in Gülzow. Mehr als 30 Jahre leitete er dort die technologische Forschung. Sein großes Hobby ist die Phänologie. Sie befasst sich mit den im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen in der Natur. Wann blüht das erste Schneeglöckchen, wann die Forsythie, wann der Raps usw. SVZ stellte Alois Kroschewski die 20 Sonnabend-Fragen.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Kroschewski: zu Hause.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Ich würde sofort das Toilettenproblem am Bahnhof lösen. Das kann doch so schwer nicht sein.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Zu Hause oder bei meinen täglichen Spaziergängen. Das Auto lasse ich gern stehen. Bis in die Stadt komme ich auch zu Fuß.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mein erstes selbst verdientes Geld war ein bescheidenes Lehrlingsgehalt bei einem Bauern in Breesen.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Da mein Vater die Kriegsfolgen nicht überlebt hat, war ich schon als Lehrling der Ernährer der Familie meines Vaters.
Was würden Sie gerne können?
Ich würde gern perfekt Englisch sprechen. Zwei meiner Enkel, die je ein Jahr in den USA verbrachten, können das.
Was stört Sie an anderen?
Wenn Wort und Tat nicht übereinstimmen.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Über die Späße und Witze des singenden Bäckers anlässlich unserer goldenen Hochzeit 2007.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Ich habe mich nach Hausverkauf und Wohnungswechsel von vielen alten Dokumenten und Fachzeitschriften getrennt, was ich heute bedauere.
Wer ist Ihr persönlicher Held und warum?
Das ist meine Mutter. Mit sechs Kindern und den Eltern hat sie heimatvertrieben in der Fremde Fuß fassen müssen. Respekt!
Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich lese oder studiere zum wiederholten Mal „Wir Wettermacher“ von Tim Flannery, das bisher beste Buch zum Thema Klimawandel.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Den Presseklub am Sonntag.
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Eher bei einer Karnevalsfeier, in den vergangenen 20 Jahren aber weder hier noch dort.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Meinen ehemaligen Arbeitskollegen Detlef Mieth, mit dem ich 1964 gemeinsam die Arbeit am Institut in Gülzow aufnahm. Wir haben uns nach Jahren wiedergefunden, bisher aber nur miteinander telefoniert.
Wenn Sie kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Nur sonnabends bereite ich mir mein Mittag selbst zu. Meistens gibt es Bratkartoffeln.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Mit dem Lied der Freiheit. 1967 erlebte ich bei einer Dienstreise eine Nabucco-Aufführung in der Deutschen Staatsoper Berlin. Der Auftritt des Gefangenenchores war sehr ergreifend.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Schlittschuhe, die ich vom Weihnachtsmann bekam. Zuerst war ich enttäuscht, weil ich Spielzeug erhofft hatte. Dann zeigte mir mein Vater, wie man damit läuft.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Nach der Wende habe ich mit meiner Frau 24 Auslandsreisen unternommen. Es ging bis nach Kanada. Vielleicht wäre ein Blick vom Eiffelturm über Paris noch ganz schön.
Wie gestalten Sie Ihre Freizeit als Rentner?
Viel lesen, ein wenig schreiben, spazieren gehen, die Natur erleben. Phänologische Beobachtungen sind noch immer mein Hobby. So früh wie in diesem Jahr hat der Raps noch nie geblüht.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Ronald Hinkelmann vom DRK-Seniorenzentrum „Viertes Viertel“. Meine schwerstkranke Frau hat dort die letzten eineinhalb Jahre ihres Lebens gewohnt und ich wusste sie immer in guten Händen.

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