Karow : Kleinste Post der DDR aufpoliert

Bürgermeister Wilfried Zander (l.) freut sich über die Restaurierung der ehemaligen Poststelle in Karow. Gemeindearbeiter Christian Kramer sorgt für den frischen Anstrich.
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Bürgermeister Wilfried Zander (l.) freut sich über die Restaurierung der ehemaligen Poststelle in Karow. Gemeindearbeiter Christian Kramer sorgt für den frischen Anstrich.

In Karow entsteht die ehemalige Poststelle des Dorfes als Fahrradhaltestelle und Rastplatz neu.

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06. April 2017, 05:00 Uhr

Das Schild mit der Aufschrift „Kleinste Post der DDR – Willkommen in Karow!“ hat Bürgermeister Wilfried Zander bereits entworfen. Und klein ist die ehemalige Poststelle hinter dem Gutshaus in Karow wirklich. Auf knapp neun Quadratmetern wurden hier jahrzehntelang bis zur Wende Briefe und Pakete auf- und ausgegeben. Die kleine Post war eine zentrale Anlaufstelle in Karow, ein Ort für Klatsch und Tratsch. „Hier gab es auch eines der wenigen Telefone im Dorf“, erinnert sich der Karower Christian Kramer. „Wenn Westanrufe kamen ist Gertrud Jeremowiz losgerannt und hat die Leute rangeholt.“ Um die Geschichte der ehemaligen Postangestellten sowie die Bedeutung des Gebäudes für das Dorf nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, ist die kleine Post jetzt restauriert worden.

Neuer Rastplatz für Radtouristen

Gemeindearbeiter Christian Kramer hat den Außenanstrich übernommen. Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. „Jetzt wird noch eine Sitzgelegenheit eingebaut und draußen kommt ein Fahrradständer hin“, sagt er und streicht den Fensterrahmen. Die ehemalige Poststelle für die Dörfer Karow, Käselow und Bredentin wird nämlich zu einem Unterstand, einem Rastplatz für Radtouristen umgebaut. Die Post liegt direkt an der Radfernroute Berlin-Kopenhagen, an der Straße von Karow Richtung Hohen Sprenz. „Und wenn jetzt die Straße Strenz-Karow-Käselow wie angekündigt ausgebaut wird, kommen hier noch mehr Radwanderer vorbei“, ist Bürgermeister Zander überzeugt.

Total marode: Lange Zeit war die ehemalige Poststelle in Karow dem Verfall preisgegeben.
Wilfried Zander
Total marode: Lange Zeit war die ehemalige Poststelle in Karow dem Verfall preisgegeben.

Zander hatte die Idee, das nach der Wende total runtergekommene Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen. „Das Ding stand kurz vor dem Abriss. Aber so etwas kann man doch nicht abreißen“, sagt er. Dazu spannte er den Kulturverein Karow ein. „Wir haben mit den Vereinen in der Gemeinde einen Deal geschlossen. Sie können die gemeindeeigenen Vereinshäuser kostenlos nutzen, sollen dafür aber auch gemeinnützige Arbeiten leisten“, erklärt er. Die Mitglieder des Kulturvereins machten sich vergangenes Jahr an die Arbeit. In Eigenarbeit rekonstruierten sie die ehemalige Post. Die Gemeinde stellte 2000 Euro für Materialien zur Verfügung. Neues Dach, neues Gebälk, neuer Putz und jetzt noch ein neuer Anstrich. „So wird die kleinste Post der DDR wieder in das Dorfbild integriert“, freut sich Zander.

Das Schild mit der gleichlautenden Aufschrift und dem Zusatz „Willkommen in Karow“ soll demnächst angebracht werden. „Ich habe es schon in Auftrag gegeben“, sagt Zander. Eine zusätzliche Tafel mit der Geschichte der kleinen Poststelle ist in Arbeit. Und auch ein Hinweis „Fahrradhaltestelle“ soll schon bald die zukünftige Nutzung hervorheben.

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