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SVZ-Serie „Vereine in der Region“ : Kleines Paradies am Rande der Siedlung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Vereine in der Region“: Kleingartenanlage Recknitztall - Kein Leerstand mehr in der 26 Gärten.

Blättert man die reich bebilderte Chronik der Kronskamper Kleingartenanlage Recknitztal durch, stößt man auf ein Foto aus dem Jahr 2012. Es zeigt eine blühende Gartenlandschaft, darüber hat die Chronistin die Überschrift „Das Paradies“ gesetzt. Ein kleines Paradies ist diese Anlage mit den gerade mal 26 Gärten wirklich. Obwohl der Ursprung des Areals verbunden ist mit einem eher düsteren Kapitel aus der Geschichte der Region. „Für den Bau des Flugplatzes Laage-Kronskamp Ende der 1970er-Jahre wurde das Dorf Levkendorf aufgegeben und dem Erdboden gleichgemacht. Den Einwohnern wurde damals als eine Alternative angeboten, in einen zur gleichen Zeit errichteten Neubaublock in Kronskamp zu ziehen. Noch heute spricht man vom Levkendorfer Block“, erzählt Vereinsvorsitzender Peter Möller.

Da einige Bewohner Vieh aus der alten Heimat mitbrachten, wurde das in Sichtweite liegende Gebiet für die Haltung von Tieren eingerichtet. Im Dezember 1983 gründete sich daraus die Kleingartenanlage Recknitztal. Laut Votum der Mitgliederversammlung ist die Viehhaltung inzwischen untersagt, auch laute Musik ist nicht erwünscht. Und die hohen Tannenbäume, die der Güstrower Kreisverband bei jeder Gartenvisite bemängelt hatte, fielen 2010. „Da waren viele Gespräche vorher nötig, aber am Ende haben zahlreiche Gartenfreunde mitgeholfen, die nicht in eine Kleingartenanlage passenden Nadelhölzer zu entfernen“, erinnert sich Möller. Und als dann auch noch die Nummerierung der Gärten vorbildlich gelöst wurde, zeichnete der Kreisverband die Anlage 2013 mit dem 3. Platz im Wettbewerb aus. Darauf ist Peter Möller stolz, weil die Ehrung auch ein Beleg für den gestiegenen Zusammenhalt der Kleingärtner ist. „Leer stehende Gärten“, sagt Peter Möller, „haben wir hier schon lange nicht mehr.“ Wenn eine Parzelle frei wird, findet sich schnell ein neuer Nutzer.

Seit zehn Jahren steht Möller der Kleingartenanlage Recknitztal vor. „Das war damals eher eine Verlegenheitslösung. Seit Ende der 1990er-Jahre war eine Art Notvorstand im Amt“, schildert der 67-Jährige. Und eines Tages stellte ihm die damalige Vorsitzende drei dicke Aktenordner vor die Tür und verschwand. Weil sich kein anderer den Hut aufsetzen wollte, biss Peter Möller in den sauren Apfel, um im Bild der Kleingärtner zu bleiben. Inzwischen ist die Gemeinschaft zusammengerückt. Man feiert zweimal im Jahr, einmal im Frühling und einmal im Sommer ein Gartenfest. Weil ein Vereinshaus fehlt, wurde ein großes Festzelt angeschafft, das im Garten der Familie Eisenbrandt aufgestellt wird. Im Frühjahr, wenn es draußen noch ungemütlich ist, wird im Autohaus Dumke gefeiert.

Auch der vierköpfige Vorstand ist inzwischen ein eingespieltes Team. „Olaf Liebe ist mein Stellvertreter, Anke Mitschke erledigt die Kassierung und führt mittlerweile auch die Chronik und Detlef Schlotfeldt ist der Energiebeauftragte unserer Anlage“, stellt Möller seine Mitstreiter vor. Gemeinsam wollen sie dafür sorgen, dass ihre Kleingartenanlage ein kleines Paradies bleibt.

 





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