Müllabfuhr : Kleinere Kosten mit größerer Tonne

Dauerbrenner Müllabfuhr: Landkreis verweist auf Wahlmöglichkeit für Behältergröße und davon abhängigem Abfuhrzyklus

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13. Januar 2016, 09:30 Uhr

Wenn nicht alles täuscht, werden die Telefondrähte beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises noch längere Zeit glühen. Denn keineswegs war es so, wie gestern in unserer Zeitung durch Dezernent Wolfgang Kraatz dargestellt. Eine ausdrückliche Information über die bevorstehende Umstellung der Abfallsatzung und der zugehörigen Gebührensatzung hatten die Haushalte im südlichen Landkreis nicht bekommen. So wollte sich der Landratsvize auch nicht verstanden haben, denn seine Aussage, solch eine Information hätte es gegeben, habe sich nur auf den Norden bezogen. Dies ließ Kraatz gestern auf SVZ-Nachfrage klarstellen.

Landkreissprecher Kay-Uwe Neumann erläutert: Die Gebührenbescheide vom vergangenen Jahr hätten im ehemaligen Kreis Güstrow diesen gesonderten Hinweis deshalb nicht enthalten, weil hier die Wahlmöglichkeit bezüglich Tonnengröße und Abfuhrzyklus schon immer bestanden hätte. Vielmehr habe man sich darauf verlassen, dass ein Hinweis auf dem Abfallkalender für 2016 ausreichen würde.

Solch einen Hinweis gab es tatsächlich, wenngleich etwas verklausuliert: Unter der Überschrift „Gebühren 2016“ ist dort auf dem Deckblatt eine kleine Tabelle mit den Behältergrößen und den Abfuhrgebühren je nach vier- oder zweiwöchiger Leerung und Personenzahl pro Haushalt aufgelistet. Wem diese auffiel und wer sich kurz darin vertiefte, dem hätte deutlich werden müssen oder wenigstens können, dass er irgendwie handeln muss, wenn er denn Bedarf dafür erkennt.


Nur 6 statt 60 Prozent Kostensteigerung


Es sei denn, man nimmt eine rund 60-prozentige (!) Gebührenerhöhung in Kauf, wenn etwa ein Vierpersonenhaushalt weiter die 80-Liter-Tonne nutzt. Denn diese wird weiter alle zwei Wochen abgeholt – und das kostet künftig 154,97 Euro pro Jahr, statt bisher 93 Euro. Neumann verweist auf Ausschreibungen für die Müllentsorgung, deren Ergebnis (für das sich der Kreistag entschieden hat) jetzt für den Bürger wirksam werde. „Der Abfallbetrieb darf nur kostendeckende Gebühren erheben. Der Aufwand ist beim zweiwöchigen Abfuhrrhythmus aber halt viel größer, als wenn nur alle vier Wochen gekippt wird“, erklärt der Kreissprecher. Als Alternative, um die Kostensteigerung im Rahmen zu halten, bleibe (beim Beispiel des Vierpersonenhaushaltes) die Umbestellung auf vierwöchige Abfuhr mit einer 160-Liter-Tonne. Dies kostet dann nur 99,24 Euro für das Jahr, was einer Kostensteigerung von nur etwa sechs Prozent entspricht.

Zugleich verweist Neumann auf die Gebührenbescheide für 2016. Aus diesen gehe hervor, wie der entsprechende Haushalt veranlagt wird. Und man könne dann auch noch reagieren und umstellen lassen.

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