Erinnerungen : Kleine Chronik eines Kriegskinds

Benno Pubanz  (l.) übergab gestern Pastor Höser seine Erinnerungen.
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Benno Pubanz (l.) übergab gestern Pastor Höser seine Erinnerungen.

Benno Pubanz (79) macht Kindheitserinnerungen seinen zwei Heimatstädten zum Geschenk

Episoden aus seiner Kindheit hat Benno Pubanz aufgeschrieben. Der Wahl-Güstrower, der als 17-Jähriger 1952 in die Barlachstadt kam, wuchs in einer Stadt auf, die im Krieg nahezu platt geschossen wurde. Als Prenzlauer, das zu 90 Prozent zerstört wurde, weiß Pubanz, was für ein Geschenk die kampflose Übergabe seiner neuen Heimatstadt für deren Bewohner gewesen ist. In einem Gedicht hatte er zu jener Zeit gelobt, dies niemals zu vergessen.

Eine besondere Form für dieses Versprechen fand er mit seinem Schulfreund Günter Förster. Der gleichaltrige Förster, seit jeher begnadeter Zeichner, und Pubanz, der promovierte Germanist, fanden sich zu einem kleinen Buch zusammen. „Winzige Episoden“, habe er zu Papier gebracht, erzählt Benno Pubanz, die sein Klassenkamerad, der immer noch in Prenzlau lebt, passend illustrierte. Pubanz: „Es war mir wichtig, 75 Jahre nach Beginn der Zweiten Weltkrieges von nie verwundenen Kriegskind-Erlebnissen zu berichten.“ Der Leser, so hofft der Autor, solle die Geschichtchen mit seinen eigenen Gedanken und Erinnerungen ausschmücken.

Im hinteren Teil des Büchleins wird das Lesen etwas schwieriger. Pubanz und Förster drucken hier einen Teil ihrer Korrespondenz ab. Handschriftlich ist festgehalten, wie sich die Autoren über ihr gemeinsames Projekt verständigten.

Ein Teil der Auflage von 500 Exemplaren (bei Bedarf Nachdruck möglich) wird in Prenzlau verkauft. Kurz vor dem 70. Jahr nach Kriegsende gehöre es dort ja auch sicher hin, meint Pubanz. In Güstrow kann man die Erinnerungen in der Buchhandlung Weidemann für 3 Euro erwerben. Weil die Wohnungsgesellschaft Güstrow (WGG) und die Kabelkommunikation (KKG) gewonnen wurden und die Autoren auf ein Honorar verzichten, kann der Erlös einem guten Zweck dienen. Frank Voigt, KKG-Geschäftsführer, hätte ihn angeregt, das Büchlein zudem im Dom anzubieten. Schnell hatte Pastor Christian Höser dann auch eine passende Idee: Wie im Südflügel bereits geschehen, sollte die Winterkirche neue Lampen bekommen. „Das ist ein schöner Gedanke“, befand denn auch Benno Pubanz. Hier, wo Barlachs Schwebender als Mahnmal gegen Krieg seinen angestammten Platz hat, würde sich somit sein Erinnerungsbogen an passendem Ort schließen.


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