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Gutsmarkt : Klein Grabow soll groß auskommen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Am Wochenende Fotoausstellung und 1. Gutsmarkt / Kochen nach alten Rezepten aus der Gusthausküche

Klein Grabow kommt groß heraus. Daran arbeitet Reingard Berger. Speziell geht es ihr um das Thema Gutshäuser. Ihr Sohn ist der Besitzer des Klein Grabower Gutshauses. Der Start für ihr spezielles Engagement erfolgte im Dezember in unserer Zeitung mit dem Fotowettbewerb „Das schöne Detail an Gutshäusern und ihren Wirtschaftsgebäuden“. 108 Fotos wurden eingereicht. Zwölf Fotos werden ausgezeichnet und in einer Ausstellung gezeigt. Das geschieht am Sonnabend um 11 Uhr zur Eröffnung des 1. Klein Grabower Gutsmarktes im Gutshaus.

In dem Wettbewerb ging es darum, nicht das Verfallene an den Gutshäusern in den Vordergrund zu stellen, sondern das Erhaltene und Schöne an fertigen Gutshäusern und ihren Wirtschaftsgebäuden oder auch an denen, die auf eine Sanierung warten, einzufangen. Die Klein-Grabowerin holte für den Wettbewerb den Verein Formost Schwerin und die SVZ ins Boot. Und sie will sich weiter um diese und ähnliche Gebäude kümmern. Daher bittet sie alle Besucher des Wochenendes, 1-, 2- und 5-Cent-Münzen zu spenden. Berger: „Der Erlös des Kupfergeldes wird für die Sanierung des Daches der Kapelle Rothspalk verwendet.“


Nächste Ausstellung beim „Picknick im Park“


Die Ausstellung ist in die Premiere für den Klein Grabower Gutsmarkt eingebettet. Der Gutsmarkt hat Sonnabend von 11 bis 18 Uhr und Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Reingard Berger hat eine ganze Menge Türklinken geputzt, um ein buntes Angebot in die historischen Räume zu holen. „Darunter ist z.B. die Spielkartenmanufaktur aus Stralsund“, erzählt sie. Eine Migrantenvereinigung aus Rostock wird zeigen, wie man alte Stoffe oder Spielzeuge in neue Dinge verwandeln kann. Aus Schwerin kommen eine Porzellanmanufaktur, eine Handweberin und das Antiquariat „Schusterjunge“. Der Formost-Verein bietet die Produkte feil, die er vertreibt, darunter Back- und passend zur Jahreszeit Eisformen.


Kulinarisches aus einem Kochbuch des Gutsherrn


An diesem Wochenende hat Reingard Berger aber noch etwas in petto. So wird sie sich in die Küche an den alten Holzherd stellen und einen Braten machen sowie einen Kuchen backen. Aber mit einem besonderen Hintergrund. Sie greift auf Rezepte aus einem Kochbuch aus der Küche des Klein Grabower Gutsherrn zurück. Das Buch brachte ihr Günther Heiden. Er und seine Frau Sabine Hüter hatten vor Weihnachten das Gutshaus aufgesucht und es kamen alte Erinnerungen hoch (wir berichteten). So auch, dass die Mutter von Günther Heiden die Köchin des Gutsherrn, später kochte sie für die hiesige LPG, war. Über alle Jahre wurde im Gutshaus nach einem Kochbuch von 1898 gekocht, das der gräfliche Mundkoch zu Ivenack, Traugott Hammerl, verfasst hatte. Reingard Berger war völlig überrascht als ihr Heiden anbot, das Kochbuch, nach dem im Gutshaus bis 1945 gekocht und gebacken wurde, als Geschenk zu überreichen. Reingard Berger: „Lassen Sie sich überraschen von der regionalen und jahreszeitlichen Küche unseres kulturellen Erbes. Gern verrate ich meinen Gästen das eine oder andere Rezept.“ Sie macht einem jetzt schon den Mund wässrig, denn sie will kulinarische Einfälle des damaligen gräflichen Mundkochs zum Leben erwecken. Wer kennt z.B. Saft von weißen Apfelsinen oder wer isst Rührei mit Spargelspitzen in Muscheln serviert oder wer kennt Salat auf russische Art, in dem gekochtes Ochsenmaul, guter Kalbsbraten, gekochter Fisch, ausgewässerte Heringe, Pfeffergurken, Kapern, Perlzwiebeln und und und angerichtet werden? Berger: „Mich wird dieses Kochbuch erneut anregen, Althergebrachtes auszuprobieren und zu entdecken. Mein Dank gilt daher Herrn Heiden und seiner Familie, die dieses Kochbuch aufbewahrt und geachtet haben, damit es uns heute erfreut und gut tut und weiter gegeben werden kann.“

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erstellt am 31.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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