Portal : „Kleiderkreisel“: der Online-Kleiderschrank

Viele Jugendliche reißen sich um Nina Hüberschs Kleidung bei „Kleiderkreisel“. Hier zeigt sie eine Tasche und ein T-Shirt, die sie noch nie getragen hat und dort zum Verkauf anbietet. Fotos: cindy Ohde (5)
Viele Jugendliche reißen sich um Nina Hüberschs Kleidung bei „Kleiderkreisel“. Hier zeigt sie eine Tasche und ein T-Shirt, die sie noch nie getragen hat und dort zum Verkauf anbietet. Fotos: cindy Ohde (5)

Vor fünf Jahren gründete die deutsche Studentin den „Kleiderkreisel“, eine Online-Kleidertauschbörse. Ihr Ziel war es ungenutzte Kleidung wiederzuverwenden und somit die Umwelt zu schonen. Klecks erfuhr: Viele Jugendliche nutzen es gern.

svz.de von
14. März 2014, 06:00 Uhr

Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten. Ein brauchbares Outfit findet sich trotzdem nicht. Anderes, Neues, Besseres muss her – also schnell in das nächste Mode-Geschäft, um noch mehr zu kaufen. Szenarien wie diese möchte Sophie Utikal verhindern. Vor fünf Jahren gründete die deutsche Studentin den „Kleiderkreisel“, eine Online-Kleidertauschbörse. Ihr Ziel war es ungenutzte Kleidung wiederzuverwenden und somit die Umwelt zu schonen. Das Onlineportal ist eine Art virtueller Second-Hand-Shop, bei dem sich jeder kostenlos anmelden und seine aussortierten Kleidungsstücke wahlweise verkaufen, verschenken oder gegen andere eintauschen kann.

Die 18-jährige Nina Hübscher erzählt: „Ich habe mich für Kleiderkreisel entschieden, weil es die bekannteste und am weitesten verbreitete Plattform für Kleidungsverkauf und -tausch ist. Außerdem gibt es eine App für das Smartphone, die Fotos und Beschreibungen super schnell hoch lädt und mir so erlaubt, die Artikel innerhalb weniger Minuten unter meinen Account (ninahuebscher) online zu stellen.“ Auch die 16-jährige Vanessa Giese ist dort als (vanessa_giese) angemeldet.

Allerdings läuft nicht immer alles so reibungslos. Nina Hübscher berichtet: „Man bekommt etliche Tauschanfragen, obwohl man die Option ,Tauschen’ abgelehnt hat und man bekommt immer mal wieder viel zu niedrige, ungerechtfertigte Preisvorschläge, aber eine wirkliche Enttäuschung hab ich erst einmal erlebt.“ Vor einigen Wochen habe ein Mitglied einen Tausch mit ihr abgesprochen, gewartet bis der Artikel kam, dann aber sein Profil einfach gelöscht. „Seitdem tausche ich nicht mehr“, so Nina.

Auch Männer nutzen dieses Online-Portal. Der 18-jährige Dennis Bradatsch, der unter dem Namen (mendoza) dabei ist, erwähnt: „Bei mir lief bis jetzt alles ohne Betrugsversuche ab. Gekauft habe ich mir dort noch nichts. Ich bin mir leider zu unsicher gewesen.“

Vorrangig nutzen diese Plattform junge Leute, die eine Vorliebe für das Shoppen haben. „So ist es auch bei mir. Ich habe die Kleidung, die ich verkaufe, meist nur wenige Male oder sogar gar nicht getragen.“ „Kleiderkreisel“ ist für Nina daher die perfekte Möglichkeit, dieses Shoppen zu finanzieren und ihre Klamotten in gute Hände weiterzugeben.

Die Schülerin Anna Abramjan (lavieestbellea) kam durch eine Facebook-Werbeanzeige auf die Plattform. An ein gekreiseltes Stück kann sich Anna noch besonders erinnern. „Es war ein blaues Kleid mit weißen Punkten, welches von einer Kreislerin selbstgeschneidert wurde. Dieses habe ich im vergangenen Sommer sehr oft getragen, und ich hoffe, es passt auch noch im kommenden Sommer.“ Aber falls nicht, werde sie es mit guten Gewissens wieder verkreiseln, weiß anna, wie es mit diesem Kreisel immer weiter geht.









zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen