Kita „Inselseeschwalben“ : Kita-Streit in Gutow eskaliert: jetzt klagen Erzieherinnen gegen Gemeinde

Amtsvorsteher Fred Lange (l.)  und die leitende Verwaltungsbeamtin Rita Burchard verliehen auch  Bernd Dikau  eine Ehrennadel. Er ist seit 1990 Bürgermeister in Lohmen.
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Amtsvorsteher Fred Lange (l.) und die leitende Verwaltungsbeamtin Rita Burchard verliehen auch Bernd Dikau eine Ehrennadel. Er ist seit 1990 Bürgermeister in Lohmen.

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17. Juli 2014, 06:00 Uhr

Die Streit um die Kindertagesstätte „Inselseeschwalben“ in Gutow droht zu eskalieren. Nachdem der DRK-Kreisverband Güstrow als zukünftiger Träger der bisher gemeindeeigenen Kita abgesprungen war und die Gemeindevertreter daraufhin die Schließung der Kita zum 31. Dezember beschlossen hatten (SVZ berichtete), klagen jetzt die drei Erzieherinnen der „Inselseeschwalben“ gegen ihre Entlassung durch die Gemeinde.

Schwierige Zeiten für die gerade neu gewählte Bürgermeisterin Rita Burchard. „Um Schaden von der Gemeinde abzuwenden“, wie sie selbst sagt, hatte sie den Erzieherinnen am 30. Juni ihre Entlassungen ausgehändigt. „Ansonsten hätte die Gemeinde die Kita weiterführen und die Erzieherinnen weiter beschäftigen müssen“, sagte sie gestern auf SVZ-Nachfrage. Die Kündigungen von Seiten der Gemeinde kamen, weil die Erzieherinnen drei Tage zuvor erklärt hatten, dass sie die Konditionen der Arbeitsverträge des Deutschen Roten Kreuzes nicht annehmen würden. Daraufhin sprang das DRK als Trägernachfolger der Gemeinde ab. Ein anderer Träger war und ist jedoch nicht in Sicht. „Bereits 2013 hat die Gemeindevertretung beschlossen, die Kita zu schließen, wenn es keinen neuen Träger gibt. Dieser Fall ist jetzt eingetreten“, erklärt Rita Burchard.

Seit längerem wollte sich die Gemeinde Gutow von der Kita trennen, weil sie jährlich bis zu 50 000 Euro zuschießen musste. Mit dem DRK Güstrow schien ein würdiger Nachfolger gefunden. Viele Gespräche und Verhandlungen folgten. Peter Struve, DRK-Vorstandsvorsitzender, wollte die Erzieherinnen übernehmen und plante zudem den Neubau eines Kita-Gebäudes in Gutow. „Sämtliche Konditionen zur Übertragung der Kita an das DRK waren gut besprochen“, unterstreicht die Bürgermeisterin. Am 1. September sollte der Trägerwechsel erfolgen.


Zum 31. Dezember ist endgültig Schluss


Auch die Erzieherinnen zeigten sich lange einverstanden, machten dann aber, als sie die DRK-Arbeitsverträge unterzeichnen sollten, einen Rückzieher. „Davon war ich überrascht“, so Rita Burchard. Offensichtlich waren die Erzieherinnen unzufrieden mit der Vergütung, nach SVZ-Informationen ein Drittel weniger als bisher. Der Bürgermeisterin tut es sehr leid, dass die Kita geschlossen werden muss. „Da bricht etwas weg“, sagt sie. Aber zum 31. Dezember ist für die Gutower Kita „Inselseeschwalben“ jetzt endgültig Schluss.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt für die Gemeinde Gutow, wenn auch nicht kurzfristig. Das wurde Dienstagabend auf der Elternversammlung deutlich. Peter Struve deutete laut Rita Burchard an, an seinem Vorhaben für einen Kita-Neubau in Gutow festzuhalten, wenn die Konditionen stimmen würden. „Daran sind wir natürlich als Gemeinde sehr interessiert“, so die Bürgermeisterin. Zudem bot Struve für die 22 Kinder der Kita freie Kapazitäten in DRK-Kitas der Umgebung an. Auch die ganze Kita-Gruppe könne eventuell übergangsweise in einer Einrichtung übernommen werden. Das Amt Güstrow-Land und die Gemeinde sicherten den Eltern zudem ebenfalls Hilfe bei der Suche nach neuen Kita-Plätzen zu.


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