Kita-Schock : Kita in Gutow schließt – DRK springt ab

Gemeindevertretung beschließt Kindertagesstätte „Inselseeschwalben“ zu schließen / DRK: Erzieherinnen wollten Bedingungen nicht akzeptieren

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12. Juli 2014, 06:00 Uhr

Schockierte Gesichter gestern in der Kindertagesstätte „Inselseeschwalben“ in Gutow. Am Abend zuvor hatte die Gemeindevertretung beschlossen, die Kita zu schließen. Dabei hatte es bisher so gut ausgesehen. Die Gemeindevertretung Gutow strebte einen nahtlosen Übergang der gemeindeeigenen Kindertagesstätte in die Trägerschaft des DRK an (SVZ berichtete). Noch im Mai hatte der damalige Bürgermeister Martin Poppe gegenüber unserer Zeitung gesagt, dass die Verträge unterzeichnet seien. Ab 1. September sollte das DRK übernehmen, auch die drei Erzieherinnen. Doch in einer offiziellen Mitteilung der Gemeindevertretung Gutow heißt es jetzt kurz: „Da die Bedingungen sich dann grundlegend geändert haben, konnte das DRK seine Übernahmebereitschaft nicht mehr aufrechterhalten.“

Noch bis Ende Juni habe von allen Seiten Übereinstimmung zur Übertragung der Trägerschaft bestanden, heißt es weiter. Weder Poppe noch die neue Bürgermeisterin Rita Burchard wollten sich gestern gegenüber unserer Zeitung zur beschlossenen Kita-Schließung äußern. Für nächsten Dienstag sei eine Elternversammlung geplant, erst dann solle eine Stellungnahme abgegeben werden. Wie die Kita jetzt noch gerettet werden könne, vermag Poppe nicht zu sagen.

Peter Struve, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes Güstrow, wird konkreter: „Die Erzieherinnen haben unsere Bedingungen nicht akzeptiert. Sie hätten Kürzungen hinnehmen müssen. Dafür haben wir ihnen aber eine Perspektive geboten“, sagt er. Deshalb sei das DRK abgesprungen. Die Bedingungen in der Kita hätten nicht so bleiben können wie sie sind, so Struve weiter. Dann wäre die Kita mit jetzt nur 22 Kindern nicht finanzierbar gewesen. Auch die Gemeinde wollte sich von der Kita trennen, weil sie jährlich 50 000 Euro zuschießen musste. Den jetzigen Rückzieher kann Struve nicht nachvollziehen: „Wir haben viele Gespräche geführt, viel Arbeit investiert. Ich dachte, wir hätten mit allen Einvernehmen hergestellt.“ Das DRK habe Pläne für die Kita gehabt, ein neues Gebäude und auch ein neuer Spielplatz waren angedacht. Doch das ist jetzt vorbei.

Heidi Wiechert, seit 1991 Leiterin der Kita, hielt sich gestern ebenfalls mit Äußerungen zurück. Ein anderer Träger sei jedoch nicht in Aussicht, sagte sie. „Die Eltern werden die Schließung nicht so einfach hinnehmen“, ist sie überzeugt. Trotz der beschlossenen Schließung sei „die Sache noch nicht ganz zu Ende“, so Heidi Wiechert.


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