Kindergärten : Kita-Beiträge: rauf und runter

Die Kinder interessiert es weniger, ihre Eltern schon: immer zum Jahresende wird über die Aufteilung der Platzkosten (Land-Landkreis-Kommune-Eltern) neu entschieden.
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Die Kinder interessiert es weniger, ihre Eltern schon: immer zum Jahresende wird über die Aufteilung der Platzkosten (Land-Landkreis-Kommune-Eltern) neu entschieden.

Höhere Zuschüsse von Land und Landkreis führen zu sinkenden Beiträge für Eltern, fangen aber steigende Platzkosten nicht auf

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09. Dezember 2014, 20:50 Uhr

Während Kindertagesstätten derzeit mit der Umstellung auf die Ganztagsverpflegung der Mädchen und Jungen und einer Diskussion um die Sinnhaftigkeit dieser Neuerung in der Öffentlichkeit stehen, hat der Landkreis seine jährlichen Hausaufgaben eher im Stillen erledigt. Ergebnis: Mit knapp 22,7 Millionen Euro unterstützen das Land und der Landkreis im nächsten Jahr die Betreuung von Kindern in Tagesstätten und in der Kindertagespflege im Landkreis Rostock. Damit erhöhe sich die staatliche Förderung, was nicht zwingend eine Senkung der von den Eltern zu zahlenden Beiträge mit sich bringt. Denn es steigen auch die durchschnittlichen Platzkosten. Für 30 Kindertagesstätten wurden diese zwischen dem Träger und dem Landkreis neu verhandelt. Weitere Verhandlungen würden laufen, informiert Dezernent Rainer Boldt.


Krippenplatz im Durchschnitt 703 Euro


Nachdem der Jugendhilfeausschuss die Aufteilung der zur Verfügung stehenden Landes- und Kreismittel auf die unterschiedlichen Betreuungsangebote in Kitas und bei Tagesmüttern jüngst beschloss, ist es nun wie in jedem Jahr an den Stadt- und Gemeindevertretungen über den gemeindlichen Anteil zu entscheiden. Im Durchschnitt kostet ein Krippenplatz ganztags 703 Euro im Landkreis. In der Spitze seien das auch schon mal 900 Euro, berichtet Boldt. Preiswerter seien oftmals die kleineren Einrichtungen auf den Dörfern. Beim Kindergarten sind es 385 Euro, beim Hort 221 Euro. Land und Landkreis geben knapp 271 Euro für den Ganztags-Krippenplatz (20 Euro mehr als 2014), gut 148 Euro (+ 13 Euro)für den Kindergartenplatz und 85 Euro (+ 5 Euro)für den Hortplatz. Von der dann verbleibenden Summe muss die Kommune laut Kindertagesstättenförderungsgesetz (Kifög) mindestens die Hälfte tragen. Den Rest zahlen die Eltern.

Der Landkreis springt für die Eltern ein, wenn diese die Betreuungsbeiträge nicht aus eigenem Einkommen bestreiten können. Dafür seien in diesem Jahr 4,5 Millionen Euro eingeplant. Damit trage der Landkreis die Kosten für knapp 4000 Kinder, so Boldt. Diese Zahl sei aber seit zwei, drei Jahren rückläufig, was Boldt mit einer verbesserten Situation auf dem Arbeitsmarkt erklärt.

Prognostiziert wird, dass durchschnittlich 15 023 Kinder die Tagesstätten im Landkreis 2015 besuchen werden, etwa 500 mehr als in diesem Jahr. Dabei sei davon auszugehen, dass sich die Zahl der Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die eine Kita besuchen, der 100-Prozent-Marke nähere. „Das war auch in der Vergangenheit schon so“, betont der Landkreis-Dezernent. Bei den bis Dreijährigen würden knapp 60 Prozent eine Kita im Landkreis besuchen.

Das Platzangebot im Landkreis bezeichnet Boldt als „gut ausreichend“. Engpässe gebe es in den Rostocker Umlandgemeinden, vereinzelt auch mal in Güstrow oder Bützow. Rund 1000 Kinder aus dem Landkreis besuchen Kitas in Rostock. Bei einem steigenden Bedarf in der Hansestadt hätten Eltern aus dem Umland vermehrt das Nachsehen und müssten in ihrem Wohnumfeld Einrichtungen suchen.

Die Platzkosten bei einer Tagesmutter schlagen ganztags durchschnittlich mit 437 Euro zu Buche, wenn diese einen pädagogischen Abschluss hat (ohne Abschluss 411 Euro). Nachdem die Geldleistungen für die Kindertagespflege in den vergangenen drei Jahren im Landkreis nicht erhöht wurden, erfolgt laut Beschluss des Jugendhilfeausschusses künftig eine jährliche Anpassung, die sich an den Steigerungen bei den Platzkosten im Krippenbereich orientiert. Verglichen mit dem Basisjahr 2011 erhalten Tagesmütter im nächsten Jahr 4,15 Prozent mehr. Die Zahl der Kinder, die von Tagesmüttern betreut werden, ist im Landkreis rückläufig. Waren es im April 2012 noch 675 Mädchen und Jungen so verringerte sich die Zahl bis März 2014 auf 549, listet der Landkreis auf.

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