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Güstrower Anzeiger

21. November 2017 | 00:07 Uhr

Der 31. Oktober : Kirche oder Kürbis?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Halloween und Reformationstag – Meinungen von Jugendlichen zu einem Feiertag mit zwei Gesichtern

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Halloween und Reformationstag haben inhaltlich nichts miteinander zu tun. Sie fallen aber auf einen Tag, nämlich den 31. Oktober. Bei vielen Menschen hat Halloween keinen guten Klang. Einerseits sieht man dahinter in erster Linie ein Umsatzplus für die Süßigkeiten produzierende Industrie und verbindet andererseits diesen Tag auch mit beschmierten Hauswänden und Briefkasten und gruslig kostümierten Gestalten, die durch die Straßen ziehen. Doch was hat es mit diesem Brauch eigentlich auf sich? Spielt der Reformationstag bei den Jugendlichen heute noch eine Rolle?

Fast jedes Kind weiß, dass Halloween etwas mit Gespenstern, Hexen und Verkleiden zu tun hat, aber kaum jemand hat eine Ahnung, was es mit dem Fest „Halloween“ nun wirklich auf sich hat. Die Kelten im alten England glaubten fest daran, dass die Seelen der Verstorbenen in der Nacht vom 31. Oktober als Geister auf die Erde zurückkommen, um in ihre Häuser zurückzukehren. Aber was war mit den Geistern und heimatlosen Seelen, die trotz der großen Feuer, die am Wegesrand loderten, den Weg nicht fanden und verzweifelt umherirrten? Von ihnen war nichts Gutes zu erwarten, heißt es. Sie spukten durch die Nacht, erschreckten friedliche Menschen und trieben ihr Unwesen mit ihnen.

800 Jahre n. Chr. ernannte der Papst den 1. November, also den Tag nach dem 31. Oktober, zum Feiertag Allerheiligen, und das heißt auf Englisch ‚All Hallows’ Evening’ oder heute Halloween. Und auch heute ist das Fest bei vielen Kindern auf der ganzen Welt beliebt und sie verkleiden sich als gruselige Gestalten, als Gespenster, Hexen, Zauberer oder Vampire, um Geister abzuschrecken und verlangen dafür, dass sie ihnen nichts Böses tun, Süßigkeiten.

Der Reformationstag erinnert an die Reformation durch Martin Luther eingeleitet. Der Mönch und Theologieprofessor soll am Tag vor Allerheiligen 1517 an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg 95 Thesen in lateinischer Sprache zu Ablass und Buße angeschlagen haben. Damit wollte er eine Diskussion darüber auslösen und leitete die Reformation der katholischen Kirche ein. Ergebnis war die evangelische Kirche.

Der 17-jährige Guntram Eisel, Schüler am John-Brinckman-Gymnasium, erzählt: „Also für mich ist der 31. Oktober auf jeden Fall der Reformationstag, weil ich evangelischer Christ bin und weil Halloween eigentlich Aberglaube ist.“ Er weiß dass man am Reformationstag den Thesenanschlag Luthers an die Kirchentür zu Wittenberg feiert, womit die Geldmacherei der Katholisch Kirche kritisiert wurde und somit eine neue hoffnungsvollere Zeit für Christen beginnen sollte. „Ich fahre am 31. Oktober mit meinem Bruder und meiner Mutter nach Schwerin. Dort besuchen wir Freunde“, erzählt Guntram Eisel. Für Jette Purwin sind weder Reformationstag noch Halloween von allzu große Bedeutung. Mit Kirche habe sie nichts am Hut. „Aber als Kind habe ich mich gerne verkleidet. Über einen Tag schulfrei freue ich mich heute immer noch“, gesteht Jette Purwin.









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