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Vereine in der Region : Kirche mehr in Mittelpunkt rücken

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Seit zwölf Jahren unterstützt der Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Weitendorf Bauarbeiten am Gotteshaus.

svz.de von
erstellt am 10.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Praktischerweise wohnt Renate Both gleich neben der Kirche in Weitendorf. So hat sie kurze Wege zurückzulegen, wenn sie den Handwerkern morgens die Tür zum Gotteshaus auf- und abends wieder verschließt. Umgebaut wurde in der Geschichte des ursprünglich aus dem Mittelalter stammenden Feld- und Backsteinbaus schon mehrfach. In den ersten Jahren nach der Wende erhielt das einsturzgefährdete Gebäude einen neuen Dachstuhl und ein neues Dach. Das bildete den Auftakt zu einer Reihe von Sanierungsmaßnahmen, wegen derer die Ausstattungsstücke wie Altar, Kanzel und Tafelbilder vorübergehend in die Kritzkower Kirche ausgelagert wurden.


Bauen an der Kirche hört nicht auf


2005 fanden sich engagierte Bürger zusammen und gründeten den Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Weitendorf. „Vieles war seit der Wende schon geschafft worden, aber viele Aufgaben standen noch vor uns“, erklärt Vereinsvorsitzende Renate Both die damalige Initiative. „In einer Kirche hören Bauarbeiten praktisch nie auf“, fügt Vorstandsmitglied Christian Pentzlin hinzu. Wichtigste Aufgabe des Vereins ist es, bei der Finanzierung der Bauarbeiten mitzuhelfen. Das gelang gleich im Gründungsjahr, als sich der Verein am Startkapital-Wettbewerb der Bosch-Stiftung beteiligte und einen der zehn ausgelobten Preise von 2500 Euro gewinnen konnte. „Wir versuchen, Mittel für die Co-Finanzierung von Fördergeldern einzuwerben. Dafür verwenden wir Mitgliederbeiträge oder organisieren Spendenaktionen“, sagt Christian Pentzlin, der im Verein für die Kasse zuständig ist.

Schon fünf Jahre nach Gründung des Fördervereins konnten die etwa 30 Mitglieder eine beeindruckende Bilanz vorweisen. „2006 haben wir Maurer- und Malerarbeiten im Gewölbe des Altarraums unterstützt. Im Jahr darauf konnte der ausgelagerte Altarschrein in unsere Kirche zurückkehren. Wieder ein Jahr später konnten wir nach 20 Jahren Stillstand unsere Orgel in Betrieb nehmen, die 2009 auch äußerlich ein neues farbliches Gewand erhielt“, zählt Renate Both auf. Zurzeit hat der Verein den Innenausbau im Blick. Da wurde der Fußboden teilweise erneuert, eine Einfassung des Altars realisiert und Malerarbeiten wurden ausgeführt. Obwohl noch viel zu tun bleibt, zieht allmählich Leben ein. So stehen regelmäßige Andachten an und 2016 wurde in der Kirche nach fast 30 Jahren Pause wieder eine Hochzeit gefeiert. „Wir sind ständig mit der zuständigen Pastorin Anne-Barbara Kretschmann im Gespräch. Der Plan ist, aus der hellen und beheizbaren Kirche neben der gottesdienstlichen Nutzung einen Ort für Konzerte zu entwickeln“, sagt Renate Both.

Für Christian Pentzlin ist noch ein anderer Aspekt der Arbeit des Fördervereins wichtig. „Wir möchten durch unsere Aktionen und die Unterstützung der Bauarbeiten auch die Kirche wieder mehr in den Mittelpunkt der Gemeinde rücken. Es ist schön, wenn sich die Einwohner mit der Kirche identifizieren und sich für sie engagieren“, sagt er.

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