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Frühe Hilfen Landkreis Rostock : Kinder und Eltern im Blick

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Frühen Hilfen im Landkreis fokussieren sich auf die Betreuung von Schwangeren und die ersten drei Lebensjahre der Kleinkinder.

von
erstellt am 31.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Das Bundeskinderschutzgesetz schuf 2012 die Rahmenbedingungen für verbindliche Netzwerkstrukturen im Kinderschutz. Seit 2013 gibt es daher auch die Frühen Hilfen im Landkreis Rostock. „Im Kern soll die Vernetzung von Gesundheitswesen und Beratungsstellen Kinder früher und besser vor Gefahren schützen“, erklärt Netzwerkkoordinatorin Dörte Podratz das Prinzip der Frühen Hilfen. Stellen, die mit Kindern und Familien zu tun haben, sollen durch die Vernetzung besser für Problemsituationen sensibilisiert werden, diese ansprechen und Lösungen anbieten, sagt Dörte Podratz.

Der Fokus der Frühen Hilfen liegt auf der Begleitung in der Schwangerschaft und den ersten drei Lebensjahren des Kindes. Inzwischen sind alleine im Raum Güstrow rund 20 Partner untereinander vernetzt. „Gerade Güstrow hat ein breites Angebot im Bereich Familienbildung – in anderen Regionen gibt es nicht einmal einen Kinderarzt“, macht Dörte Podratz deutlich. Jede Region – vier im Landkreis – hat einen regionalen Ansprechpartner. „Seit Beginn 2016 ist Jugendamtsmitarbeiterin Petra Schewe für Güstrow und Bützow verantwortlich“, fügt Podratz an. Sie lädt auch zu den insgesamt drei regionalen Netzwerktreffen im Jahr ein, bei denen sich Partner vorstellen und regionale Spezifika besprochen werden. Die Erstellung einer „Babycard“ (SVZ berichtete) sei beispielsweise aus einem solchen Treffen heraus entstanden. „Außerdem gibt es auch die Möglichkeit zu Fallberatung innerhalb des Netzwerks. Problematische Fälle werden vorgestellt und gemeinsam angegangen“, sagt Dörte Podratz weiter.


Projekt mit bundesweiter Ausstrahlkraft


Ein besonders erfolgreiches Projekt aus dem vergangenen Jahr, war die Plakatkampagne „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen“ – mit Ausstrahlkraft auch auf Bundesebene. „Aktuell ist es das Projekt des Monats bei der Drogenbeauftragten der Bundesregierung“, sagt die Netzwerkkoordinatorin. Dabei gehe es um das Vergegenwärtigen einer permanenten Smartphone-Nutzung. Auch das Thema Elternbriefe – Infobriefe zu den jeweiligen Lebensphasen des Kindes – ist das Netzwerk 2016 angegangen. Außerdem gibt es auch einen Familienkalender des Landkreises, der kurz und knapp alle Angebote rund um die Frühen Hilfen zusammenfasst. „Wir sind ein Flächenlandkreis und versuchen mit solchen Handreichungen jeden zu erreichen. Den Kalender gibt es zum Beispiel bei unseren Netzwerkpartnern, ebenso wie die Elternboxen mit verschiedenen Büchern und DVDs zum Ausleihen“, erklärt Dörte Podratz.

Für das Jahr 2017 steht die Ausweitung des Willkommensbesuchsprojektes auf dem Plan. „In Willkommensbriefen werden die jungen Eltern auf unseren Besuchsdienst hingewiesen. Hier arbeiten wir mit Ämtern und Bürgermeistern zusammen“, erklärt Podratz. Das Problem: Nicht jeder Bürgermeister macht mit. Das soll 2017 ausgebaut werden. „Damit die Eltern so frühzeitig wie möglich alle Informationen erhalten“, macht Podratz deutlich.

Auch auf die Hotline „Nummer gegen Kummer“ wollen die Frühen Hilfen künftig deutlicher hinweisen. „Die gibt es sicher schon mehr als 20 Jahre, aber jetzt soll sie viel deutlicher mit den regionalen Netzwerken verbunden werden“, informiert Dörte Podratz. Bei dem bundesweiten Elterntelefon werden künftig auch Telefonnummern regionaler Ansprechpartner hinterlegt, um eine konkrete Beratung in der Region zu ermöglichen. „Alles weitere ergibt sich meist im Verlauf des Jahres“, sagt Netzwerkkoordinatorin Dörte Podratz.

Termin: Das nächste Netzwerktreffen im Raum Güstrow/Bützow ist für Mittwoch, 8. März, geplant. Um eine Anmeldung bei Dörte Podratz unter Telefon 03843 75551001 oder per E-Mail Doerte.Podratz@lkros.de wird gebeten.

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