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Verkehrsaktionstag in Güstrow : Kinder lernen spielend Verkehrssicherheit

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gestern großer Aktionstag mit Busschule an der Güstrower Förderschule „An der Ahornpromenade“ und Kontrollaktion „100 Prozent geschnallt!?“ vor der Kita in Lüssow.

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erstellt am 07.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Ein Tag im Zeichen der Verkehrssicherheit: Häufig kommen Schüler mit dem Fahrrad oder mit dem Bus zur Schule. Beide Verkehrsmittel standen gestern beim Verkehrserziehungstag an der Güstrower Förderschule „An der Ahornpromenade“ im Mittelpunkt. Dabei kam der erst jüngst eingeweihte neue Busschulbus der Rebus erstmals zum Einsatz. Vor der Lüssower Kita drehte sich gleichzeitig alles um das Thema „100 Prozent geschnallt!?“


Busschul-Diplome für alle Schüler


Ordentlich anstellen vor dem Einsteigen, den Fahrer grüßen, zuerst die vorderen Plätze besetzen, die Schultasche auf dem Schoß nehmen und anschnallen – Buschschul-Lehrer Rolf Schmidt übte mit den Kindern an der Ahornpromenade richtiges Verhalten am und im Schulbus und ging mit ihnen auf eine kleine Tour. „Es geht schon damit los, dass die Kinder an der Haltestelle drängeln“, sagt Rolf Schmidt. An einer Haltestelle waren Kegel aufgestellt. Bei der Anfahrt nahm der Bus den einen oder anderen davon mit, was demonstrieren sollte, wie gefährlich Drängeln direkt am Straßenrand sein kann. Wieder an der Schule angekommen wies der Busfahrer jeden einzelnen Schüler darauf hin, dass er beim Aussteigen erst einmal nach links und rechts schauen muss. Alle Schüler erhielten ein Busschul-Diplom und außerdem ein 28 Seiten umfassendes Lern- und Arbeitsheft.


Ziel: Zahl der Unfälle reduzieren


Auch eine Urkunde für die Fahrradausbildung konnten die Kinder beim gestrigen Verkehrsaktionstag erlangen. „Radfahren können die Kinder“, stellte Karsten Hamann, Präventionsbeamter der Polizeiinspektion Güstrow, fest und sieht die Mädchen und Jungen auf dem Weg „das richtige Radfahren zu lernen“. Auf dem Parcours mussten die Kinder u.a. Slalom fahren, sicher über ein Brett kommen und vor einer Barriere halten. „Ich bremse nie“, hörte Karsten Hamann von einem Jungen. Im Gespräch stellte sich heraus, dass die Bremse nur schwer geht, an einem anderen Fahrrad wohl gar nicht funktioniert. Der Präventionsbeamte machte den Jungen auf die Gefahren aufmerksam. „Wir müssen auch immer wieder an die Eltern appellieren mit den Kindern zu üben und selbst ein gutes Beispiel zu geben“, betont Karsten Hamann und fügt hinzu: „Wir wirken gern unterstützend dabei, die Kinder für den Straßenverkehr fit zu machen, um Unfälle reduzieren zu können.“

Damit aber gestern nicht genug: Es gab u.a. auch einen Erste-Hilfe-Stand, eine Station, an der zu entscheiden war, wann ein Fahrrad sicher ist, was ans Fahrrad gehört, und eine Quiz-Station. „Hier sind allerlei Fragen zum Straßenverkehr und zum Radfahren zu beantworten“, erklärte Monika Lakatsch. Die Schulsozialarbeiterin organisiert jedes Jahr einen Verkehrserziehungstag an der Schule. Schon gestern machte sie mit dem Präventionsbeamten Karsten Hamann einen Termin für das nächste Jahr aus. Im dritten Jahr habe man auch die Busschule im Boot. „Das ist wichtig. Unsere Schüler kommen aus der gesamten Region um Güstrow“, erklärt Monika Lakatsch. Sie sieht den Verkehrsaktionstag als eine andere Art Unterricht. Daran nehmen die Klassen 3 bis 6 teil – und zwar jahrgangsübergreifend. „So lernen die einen, Verantwortung für die Gruppe zu übernehmen, und die anderen, sich auch mal unterzuordnen“, erläutert die Schulsozialarbeiterin.


Anschnallpflicht kontrolliert


Um Verkehrssicherheit ging es gestern auch bei der landesweiten Kontrollaktion „100 Prozent geschnallt!?“ Mitglieder der Verkehrswacht und Beamte des Polizeihauptreviers Güstrow waren gestern zwischen 7 und 8.30 Uhr an der Kindertagesstätte „De lütten Landlüüd“ in Lüssow im Einsatz, um etwas genauer hinzuschauen, berichtet Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow. „Die Verkehrssicherheit und der Schutz der Kinder im elterlichen Auto ist uns sehr wichtig“, äußert Kita-Leiterin Ursula Dudek und fügt hinzu: „Mit der Aktion können wir Kinder und Eltern gleichermaßen erreichen und nochmals für die Thematik sensibilisieren.“


Lilli und Lucy im Einsatz mit der Polizei


Unterstützend bei der Aktion wirkten Lilli und Lucy aus der Vorschulgruppe. Die Verkehrswacht stattete sie mit leuchtenden Westen und gelben Basecaps aus. So durften die beiden Mädchen mit „polizeilicher Begleitung“ in die Fahrzeuge schauen, erzählt der Polizeisprecher. Hauptaugenmerk habe man auf die „kleinen“ Mitfahrer in den Autos der Eltern gelegt. Die waren übrigens nicht ganz unvorbereitet, so Frahm. Zuvor hatte es einen Elternabend zur Verkehrssicherheit gegeben. Auch mit den Kindern der Vorschulgruppe hatten die Präventionsberater über Sicherheit im Fahrzeug gesprochen.

Etwa 30 Fahrzeuge wurden gestern Morgen vor der Kita kontrolliert. Rund 40 Kinder waren gesichert, die meisten vorschriftsmäßig auf der Rücksitzbank in entsprechend altersgerechten Rückhalteeinrichtungen, resümiert Frahm. Nur vereinzelt habe man darauf hinweisen müssen, dass die Kinder sich erst abschnallen dürfen, wenn das Auto auch wirklich steht, dass es im Auto für Kinder hinten sicherer ist als vorn und dass ein amtlich genehmigter, geeigneter Kindersitz doch einer so genannten Sitzerhöhung vorzuziehen ist. Die Eltern, so stellt der Polizeisprecher fest, seien der Aktion gegenüber sehr aufgeschlossen gewesen.


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