Anti-Gewalt-Woche : Kerzen brennen gegen Gewalt

Wie im vergangenen Jahr sollen auch heute wieder auf dem Güstrower Markt Lichter angezündet werden.
Wie im vergangenen Jahr sollen auch heute wieder auf dem Güstrower Markt Lichter angezündet werden.

Anti-Gewalt-Woche: heute Lichteraktion, morgen Andacht in Güstrower Pfarrkirche

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26. November 2014, 06:00 Uhr

In der bundesweiten Aktionswoche gegen Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder wird heute mit einer Lichteraktion auf dem Güstrower Markt auf das Schicksal von 411 Frauen aus dem Landkreis Rostock aufmerksam gemacht. Diese Frauen haben in den ersten zehn Monaten des Jahres im Landkreis im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt Unterstützung bekommen.

Heute um 17 Uhr soll ein Licht für jede der 411 Frauen leuchten. „Damit wollen wir ein Signal setzen, deutlich machen, dass häusliche Gewalt nicht weit weg ist, sondern hier bei uns passiert, in der Nachbarschaft“, sagt Karin Wien. Eine Trommlergruppe wird für Aufmerksamkeit sorgen. Gern könnten auch Bürger Kerzen, die sie für jemanden entzünden wolle, mitbringen oder, wenn sie die Aktion aus der Ferne unterstützen möchten, ein Licht in ihr Fenster stellen. Im vergangenen Jahr brannten 329 Kerzen auf dem Markt. Die deutliche Zunahme der Fälle gegenüber dem vergangenen Jahr führt Karin Wien vom Arbeitskreis Opferschutz auch darauf zurück, dass sich mehr Frauen trauen, sich aus einem Kreislauf von Gewalt zu befreien, dass die Hilfsangebote vom Frauenschutzhaus bis zu ambulanten Beratung bekannter geworden sind.

Zum Abschluss der Anti-Gewalt-Woche wird morgen um 17 Uhr zu einer Andacht in die Güstrower Pfarrkirche eingeladen. Hier soll nicht nur die Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder, sondern Gewalt in dieser Welt überhaupt thematisiert werden. Bilder von Krieg und Zerstörung, inszenierte Enthauptungen, das Drama von Flüchtlingen – täglich flimmern die Bilder über den Bildschirm, bringen die Auswüchse von Gewalt in die Wohnzimmer. Zu den Auswirkungen gehören die Flüchtlingsströme, die auch in Deutschland ankommen. „Die Andacht soll Gelegenheit bieten, für einen Augenblick inne zu halten, Demut zu zeigen, in sich zu gehen und sich der Situation bewusst zu werden“, sagt Karin Wien. So wie jede Frau, die häusliche Gewalt erlebt, ermutigt werden soll in ihrer Situation nicht zu verharren, sondern auszubrechen, das Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen, sollen auch jene angesprochen werden, denen es gut geht. „Habt auch Interesse an euren Nachbarn, schaut, wie es ihnen ergeht und seht, was ihr für sie tun könnt“, formuliert die Leiterin des Frauenschutzhauses in Güstrow.


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