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Serie "Historische Sportstätten in Güstrow" : Keine Turnhallen, da halfen die Gastwirte aus

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Neben dem Schulturnen seit 1828 in Güstrow entwickelte sich auch das Vereinsturnen, wobei der Begriff Turnen allgemein für Sport stand. Die Gründung des ersten "Allgemeinen Turnvereins" in Güstrow fällt in das Jahr 1848.

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erstellt am 19.Apr.2013 | 05:25 Uhr

Güstrow | Neben dem Schulturnen seit 1828 in Güstrow entwickelte sich nach der Revolution von 1848 mehr und mehr das Vereinsturnen, wobei der Begriff Turnen ein Sammelbegriff allgemein für Sport stand. Die Gründung des ersten "Allgemeinen Turnvereins" in Güstrow fällt in das Jahr 1848. Das Ansinnen des Vereins zur Förderung des Turnens und damit zur Schaffung einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung und körperlichen Ertüchtigung galt bei vielen konservativen Vertretern als Versuch revolutionärer Umsturzversuche. Die Vereinstätigkeit wurde schnell wieder verboten. Das war damals überall in den deutschen Ländern so. Erst ab etwa 1860 trat das deutsche Nationalbewusstsein wieder stärker in den Vordergrund und ließ auch das Vereinsleben wieder aufleben. Güstrow stand diesem Aufschwung sehr positiv gegenüber und es gründete sich 1861 der "Männerturnverein" mit 70 Lehrern, Kaufleuten, Ärzten, Handlungsgehilfen, Juristen und Handwerksgesellen.

Ein Hauptproblem aller Turnvereine in den Anfängen war die Raumfrage. In den Sommermonaten konnte man sich auf den Turnplätzen bewegen. In Güstrow gab es neben dem Turnplatz an der damaligen Pferderennbahn an der Neukruger Chaussee weitere Plätze an der alten Domschule auf dem Domplatz und vom Güstrower Magistrat auf der Schützenwiese ein zugewiesenes Areal für einen Turnplatz. Problematischer war es in der kalten Jahreszeit, da es keine Turnhallen gab. So halfen progressiv gesinnte Gastwirte und stellten Säle oder größere Gasträume bereit. Die Gaststätte Bieschwang in der Mühlenstraße 57 (heute Baranyai), "Stadt Schwerin" in der Hageböcker Straße, die Schorrsche Brauereihalle in der Schlossstraße, "Tonhalle" in der Plauer Straße, der Billardsaal des Wallhotels, der "Tivoli" in der Feldstraße und sogar das Schauspielhaus (Theater) wurde genutzt. Größere Klassenräume in den Schulen dienten im Winter als weitere Auswegmöglichkeit. Ein wenig entspannte sich die schwierige Raumfrage durch den Bau der ersten Turnhalle durch die Stadt in der Schule am Wall (heute Kreisverwaltung) und den Turnhallenbau des neuen Domschulgebäudes am heutigen Goetheplatz 1895.

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