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Güstrower Anzeiger

17. Dezember 2017 | 11:08 Uhr

Flüchtlinge : Keine Tuberkulose in Güstrow

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gerüchte machen die Runde, aber Ministerium und Gesundheitsamt erklären: keine Häufung von TBC-Erkrankungen

von
erstellt am 27.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Die Gerüchteküche brodelt in der Barlachstadt. Zuletzt war die Rede von zahlreichen Fällen offener Tuberkulose (TBC) in der landeseigenen Noterstaufnahme-Einrichtung in Mühlengeez. „Es gibt keine vermehrten Tuberkulosefälle in MV – auch nicht in Mühlengeez“, stellt Christian Moeller, Sprecher des Sozialministeriums in MV, klar und belegt das auch mit aktuellen Zahlen: „Waren 2014 noch 50 Personen in MV an Tuberkulose erkrankt, sind es im gleichen Zeitraum in 2015 nur 40 Fälle – die Flüchtlingswelle hat also zu keinem Anstieg der TBC-Erkrankungen geführt.“

Jeder Flüchtling werde in den Erstaufnahme-Einrichtungen medizinisch untersucht. Hierzu gehören neben Befragungen, körperlichen Untersuchungen und Impfempfehlungen auch Röntgenaufnahmen des Thorax. „Ist ein Mensch tatsächlich an Tuberkulose erkrankt, lässt sich das auf einem Röntgenbild nachweisen“, erklärt Christian Moeller. Um Untersuchungen vor Ort zu ermöglichen werden auch mobile Röntgengeräte in den Einrichtungen in Mühlengeez, Horst und Stern Buchholz vorgehalten, so Moeller weiter.

Werde doch eine TBC-Erkrankung bei einem Flüchtling nachgewiesen, werde der Patient in die Klinik gebracht und dort beobachtet, behandelt und gegebenenfalls unter Quarantäne gestellt. Erst, wenn die Therapie abgeschlossen ist und keine Ansteckungsgefahr mehr von dem Patienten ausgeht, werde er wieder in die Erstaufnahmeeinrichtung entlassen oder nach dem Zuweisungsschlüssel verteilt, so Christian Moeller. Das bestätigt auch Kristin von der Oelsnitz, Leiterin des Kreisgesundheitsamts in Güstrow. „Das klappt bislang reibungslos – insbesondere auch durch das medizinisch geschulte Personal vor Ort“, sagt von der Oelsnitz und fügt hinzu: „Es hat beispielsweise auch einen Verdachtsfall von Typhus in Mühlengeez gegeben. Dort haben die Mitarbeiter schnell reagiert und den Patienten sowie seine Begleitung sofort isoliert.“ Der Verdacht habe sich nicht bestätigt, ergänzt Ministeriumssprecher Christian Moeller.

„Ohnehin ist die Gefahr einer Magen-Darm-Erkrankung erheblich höher. Zum einen haben diese Infekte gerade Saison und zum anderen besteht in solch großen Gemeinschaften trotz strenger Hygienestandards eine wesentlich höhere Ansteckungsgefahr“, erklärt Kristin von der Oelsnitz, die sich mit ihrem Amt für Infektionsschutz, Hygiene- und Trinkwasserkontrollen in den Gemeinschaftsunterkünften verantwortlich zeichnet. „Bisher hatten wir Glück, dass der Norovirus nicht in den großen Unterkünften grassiert – jeder weiß selbst, wie schnell man sich damit anstecken kann“, resümiert Ministeriumssprecher Christian Moeller.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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