Finanzamt Güstrow : Kein Weihnachtsfrieden mehr

Die Sachbearbeiterinnen Christine Maaß (links) und Birgit Strube blättern in den neuen Akten im Bereich Bewertung.  Fotos: Christian Menzel (2)
Die Sachbearbeiterinnen Christine Maaß (links) und Birgit Strube blättern in den neuen Akten im Bereich Bewertung. Fotos: Christian Menzel (2)

Zuwachs von 22 000 Akten im Finanzamt Güstrow

svz.de von
09. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Wer in diesen Tagen das Finanzamt im Klosterhof aufsucht, wird mit einer geschmückten Tanne auf die Weihnachtszeit eingestimmt. Der Begriff „Weihnachtsfrieden“ wurde aber inzwischen aus dem Amt verbannt.

„Als Weihnachtsfrieden wurde bezeichnet, dass das Finanzamt ab etwa Mitte Dezember keine Bescheide mehr verschickte. Das traf aber auch die Menschen, die aufgrund ihrer Steuererklärung eine Erstattung erwarteten. Deshalb wurde die Praxis des Weihnachtsfriedens eingestellt. Wir halten uns aber in dieser Zeit mit sehr stark belastenden Verwaltungsakten, wie beispielsweise mit Vollstreckungsmaßnahmen, weitgehend zurück“, versichert Andreas Grüttner, Vorsteher des Finanzamtes Güstrow.

Im vergangenen Monat hat das Finanzamt Güstrow auf einen Schlag 22 000 Akten dazu bekommen. Die Fälle stammen aus dem Finanzamt Malchin und betreffen die Stadt Teterow sowie die Ämter Gnoien und Mecklenburgische Schweiz. „Im Zuge der Strukturreform der Finanzämter des Landes wurden hier die Zuständigkeiten an die Grenzen des Landkreises angepasst“, erklärt Andreas Grüttner den Zuwachs. Aus dem Malchiner Finanzamt hätten inzwischen 23 Mitarbeiter ihre Tätigkeit in der Barlachstadt aufgenommen. Insgesamt arbeiten jetzt 127 Mitarbeiter im Finanzamt Güstrow.

Für die Bürger aus den betroffenen Gebieten ändere sich wenig, neben der Steuernummer lediglich die Telefonnummer, um eine Auskunft zu erhalten, oder die Kontonummer für Daueraufträge oder Zahlungen, beteuert Grüttner.

Die größte Zahl der Malchiner Akten, nämlich etwa 13 000, mussten Birgit Strube und Christine Maaß in ihrem Bereich Bewertung einsortieren. „Genau waren es 279 Umzugskartons mit je fünf Kassetten, in denen sich jeweils acht bis zehn Fälle befanden“, rechnet Mitarbeiterin Christine Maaß vor. In der Bewertung sind alle Grundstücke eines Finanzamtsbereiches erfasst. „Diese Bewertung brauchen wir unter anderem, um sie den Gemeinden zur Festsetzung der Grundsteuer mitzuteilen. Übermittelt werden die Daten auch an die Finanzämter in Stralsund oder Ribnitz-Damgarten, die Erbschafts- und Schenkungssteuer oder Grunderwerbssteuer festlegen“, sagt Andreas Grüttner, der seit März dieses Jahres das Finanzamt in der Barlachstadt leitet.

Insgesamt verwalten seine Mitarbeiter nun über 100 000 Akten. Der Löwenanteil entfällt auf die Bewertungsfälle, darunter sind aber auch die Arbeitnehmerakten für abhängig Beschäftigte, die Steuererklärungen von gewerblich Veranlagten und die Feststellungsbescheide. Seit dem 1. Juli nicht mehr dabei ist die Kfz-Steuer. Die wird inzwischen von der Zollverwaltung eingezogen.

Immer mehr Bürger gehen dazu über, ihre Steuererklärung via Internet ins Finanzamt zu schicken. „Für Gewerbetreibende ist das inzwischen Pflicht. Wir freuen uns aber, dass nun schon 40 bis 50 Prozent der abhängig Beschäftigten ihre Erklärungen elektronisch einreichen. Die Tendenz ist steigend“, sagt Vorsteher Grüttner.







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