„Kein Staat könnte euch bezahlen“

Bereiteten für die 100 Gäste das Büfett vor: Heidrun Grabert, Rita Luhm, Jana Böttcher und Karin Schweinert (von links) – natürlich ehrenamtlich.
Bereiteten für die 100 Gäste das Büfett vor: Heidrun Grabert, Rita Luhm, Jana Böttcher und Karin Schweinert (von links) – natürlich ehrenamtlich.

Gemeinde Lohmen empfing 100 ehrenamtlich für die Gemeinschaft wirkende Frauen und Männer

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04. Februar 2019, 05:00 Uhr

Romuald Bittl blies den Marsch zum „Schüsseltreiben“ – Signal für die 100 Gäste in der Begegnungsstätte „Alter Tanzsaal“ zum Aufbruch an das Büfett. Der in Mühl Rosin wohnende Landkreis-Dezernent ließ es sich nicht nur als Ehrengast munden, sondern war selbst aktiver Teil des Ehrenamtsempfangs der Gemeinde Lohmen am Sonnabend. Die Bläsergruppe „Grenzburg“ beschloss namens des Hegerings Lohmen den kurzen Reigen der Vereinsvorstellungen zu Beginn des Abends.

Doch bevor Hegeringleiter Michael Mantick das für hungrige Mägen erlösende Signal anstimmte, machten die drei größten Vereine in der Gemeinde deutlich, welchen Wert das ehrenamtliche Wirken ihrer Mitglieder für die Gemeinschaft hat. Wehrführer Marko Schweder etwa beschrieb, welchen Einsatz die aktuell 22 Aktiven der freiwilligen Feuerwehr einbringen, damit die Gemeinde ihre Pflichtaufgabe Brandschutz erfüllt. So gehören jeden Monat zwei Sonnabende der Wehr, nachdem die 70-stündige Heranbildung zu Feuerwehrmann oder -frau bestanden ist. Zehn Jugendliche im ältesten Verein der Gemeinde – seit 1927 gibt es ohne Unterbrechung eine Feuerwehr – bereiten sich darauf bevor.

Natürlich haben die 112 Mitglieder des Sportvereins 90 Lohmen vor allem Fußball im Kopf. Aber nicht nur, wie Vereinsvorsitzender Joachim Venzke ausführte. Mindestens die sieben Vorstandsmitglieder, sechs Trainer und Übungsleiter, zwei Schiedsrichter, eine Cateringverantwortliche und die zwei Platzwarte könnten regelmäßig ehrenamtliche Arbeit vorweisen. Doch irgendwie wären wohl nahezu alle Vereinsmitglieder für das Dorf aktiv, sei es beispielsweise bei der Sauberhaltung des ganzen Bereiches zwischen Sportplätzen und ehemaliger Schule.

Auf 20 Jahre Kulturverein blickte Dr. Heinz Koch in aller Kürze – soweit das ging – zurück. Nur einige Daten aus dem vielfältigen Wirken der 230 Mitglieder: Aufbau des Museums und der Begegnungsstätte, Reha-Sport, AG Hütehunde… Für 25 technische Projekte hatte der Verein die Trägerschaft und auf diese Weise 130 000 Euro Fördermittel nach Lohmen geholt. Zusätzlich wurden Eigenleistungen, ohne die das Geld nicht fließen kann, in Höhe von 50 000 Euro erbracht.

Man sehe, führte (der ehrenamtliche) Bürgermeister Bernd Dikau aus: „Ohne uns Ehrenamtliche würde eigentlich nichts funktionieren. Kein Staat und keine Gemeinde könnte das bezahlen. Und ich weiß: Das Ehrenamt gehört bei euch dazu, ihr könntet gar nicht mehr ohne.“ Leider habe man nicht alle zum ersten Empfang dieser Art in Lohmen einladen können, also habe es auf Delegierungsbasis gehen müssen. Nicht vergessen wurde dabei eine kleine Zahl ehrenamtlicher Einzelkämpfer.

So passte es denn, dass auch am und für diesen geselligen Abend ehrenamtlich gewirkt wurde. So gewann Initiator Gerhard Beese mit Pepe (17) und Nane (10) Goschin zwei junge Nachwuchskünstler, die mit Musik, Gesang, Tanz und Sketch die Gäste unterhielten, bevor DJ Bully Jörg Peters zum Tanz „auflegte“. Einfallsreich wie immer in Lohmen wurde das Büfett besorgt: Einkaufsgutscheine im Wert von 1000 Euro, die Prämie für den 3. Platz im Dorfwettbewerb des Landkreises, wurden sinnvoll in leckere Waren umgewandelt. Für das Anrichten sorgten vier aktive Frauen aus dem Dorf – natürlich ehrenamtlich.

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