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Güstrower Senioren stricken für Seemannsmission : Kein Seemann muss heute frieren

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Mützen, Schals und Strümpfe – dank sieben Senioren aus Güstrow müssen die Seeleute, die Weihnachten auf Reede vor dem Seehafen liegen, nicht frieren.

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erstellt am 24.Dez.2012 | 09:39 Uhr

Güstrow | Mützen, Schals und Strümpfe in allen Größen und Farben - sieben Senioren aus Güstrow ist es zu verdanken, dass die Seeleute, die Weihnachten auf Reede vor dem Rostocker Seehafen liegen, nicht frieren müssen. Seit dem Sommer hat die Gruppe "Senioren für Senioren" um den 71-jährigen Güstrower Alfred Koß gestrickt, was das Zeug hält. Zehn Kilo Wolle wurden verbraucht. Herausgekommen sind mehr als 100 Teile. Alles für die Seemannsmission Rostock. "Jedes Jahr zur Weihnachtszeit liegen zahlreiche Schiffe aus aller Welt auf Reede vor dem Seehafen. Die Seeleute kommen also nicht nach Hause. Und da viele von ihnen Asiaten sind und die Temperaturen hier nicht kennen, frieren sie. Deshalb sind sie für unsere Mützen, Schals und Socken dankbar", sagt Alfred Koß, der selbst ordentlich mitgestrickt hat.

Großes Herz für Seeleute fern der Heimat

Immer zu Weihnachten beweisen die Güstrower Senioren ein großes Herz für die Seeleute fern der Heimat. Bereits vor drei Jahren entstand der Kontakt zur Seemannsmission Rostock und damit die Idee mit dem Stricken. Die Mission hatte den Wunsch an die Senioren gerichtet, auf diese Weise den frierenden Seeleuten zu helfen. "Im ersten Jahr fabrizierten wir 34, im zweiten Jahr 68 und jetzt mehr als 100 Teile. Wir sind also steigerungsfähig", sagt Marianne Koß, die mit ihrem Mann und fünf weiteren Frauen aus Güstrow und Laage fleißig gestrickt hat. Die Laagerinnen Helga Krambeer und Brigitte Harm haben alleine jeweils 30 Teile beigesteuert. "Das war schon eine Menge Arbeit. Da kommen unzählige Stunden zusammen", sagt Marianne Koß. Heute am Heiligen Abend wird die Seemannsmission die Strickware aus Güstrow an die Seeleute auf den Schiffen verteilen.

Die Seniorengruppe ist immer auf der Suche nach fleißigen Helfern zum Stricken und vor allem Wolle-Sponsoren. Alles geschieht ehrenamtlich. "Keiner von uns hat Vorteile davon. Wir wollen einfach nur helfen", sagt die Mitstrickerin Bärbel Ott aus Güstrow. "Die Schicksale der Seeleute, die Weihnachten von ihren Familien getrennt sind, gehen uns zu Herzen."

Die Güstrower Gruppe "Senioren für Senioren" hat derzeit rund 50 aktive Mitglieder. Jeden Monat gibt es Treffen in der Barlachstadt und in Laage. Organisiert werden regelmäßig Vorträge, Ausflüge und auch Reisen. Doch immer in der zweiten Jahreshälfte steht das Stricken für die Seeleute im Vordergrund. Es ist die jährlich größte Hilfsaktion der Senioren. "Und wenn den Seeleuten an Weihnachten nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich mit unseren Sachen ein bisschen warm ums Herz wird, haben wir unser Ziel erreicht", sagt Marianne Koß.

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