Erstmals kein fest : Kein Platz für Dorffest in Kobrow

Die Mitstreiterinnen der Frauengruppen sorgten bei Dorffesten in Kobrow stets selbst für Unterhaltung. Vor zwei Jahren traten Monika Lüth und Ingelore Glowczak  als Klaus und Klaus auf.
1 von 3
Die Mitstreiterinnen der Frauengruppen sorgten bei Dorffesten in Kobrow stets selbst für Unterhaltung. Vor zwei Jahren traten Monika Lüth und Ingelore Glowczak als Klaus und Klaus auf.

Ehemaliger Standort landwirtschaftlich genutzt / Bedauern bei Frauengruppe des Dorfes / Kleiner Trost: Grillabend am 30. August

von
16. Juli 2014, 06:00 Uhr

In Kobrow wusste man stets zu feiern und es brauchte dazu in der Regel auch nicht viel. Eines aber ist unverzichtbar: ein Ort für die Feierlichkeit. Der fehlt in diesem Jahr und so kann es kein Dorffest geben. Die Frauengruppe streicht zumindest für dieses Jahr die Segel, will aber nicht wirklich aufgeben. „Diesmal wird es nur einen Grillabend geben, im nächsten Jahr aber hoffentlich wieder ein Dorffest“, sagt Ingelore Glowczak von der Kobrower Frauengruppe, die das Dorffest bisher immer organisierte.

Dazu aber müsste man ein neues Grundstück finden, denn der ehemalige Stützpunkt, wie ihn die Kobrower heute noch nennen, steht nicht mehr für Feste zur Verfügung. Lange schon ist er in privater Hand. Birgit und Jens Zauner aber haben ihre Schafzucht inzwischen reduziert und dafür die Rinderzucht mit ins Betriebsprogramm genommen. „Die Stallungen sind voller Rinder“, erklärt Jens Zauner. Ein Dorffest würde für die Tiere zu viel Trubel bedeuten. Das müsse man so akzeptieren, meint Ingelore Glowczak und fügt hinzu: „Das ist furchtbar traurig. Immer wieder werden wir nach einem Dorffest gefragt.“ Selbstverständlich habe man schon alle Ausweichmöglichkeiten erwogen, sei aber zu keinem Ergebnis gekommen. Der Park hinter der ehemaligen Gaststätte sei inzwischen zugewachsen. Der ehemalige Sportplatz sei an die Schäferin verpachtet, nennt die Kobrowerin zwei Varianten.

Letzteres Grundstück habe die Gemeinde inzwischen verkauft, erfuhr SVZ von Günter Schink. „Es ist ein Fest der Frauengruppe, als Gemeinde sind wir außen vor“, betont der Bürgermeister. Er sehe für die Zukunft nur eine Möglichkeit am Treff der Jugendfeuerwehr in Kobrow. Dort habe die Gemeinde noch ein etwa 3000 Quadratmeter großes Grundstück. Die finanzielle Situation zwinge die Gemeinde dazu, nicht unbedingt benötigte Grundstücke zu verkaufen, damit wenigstens etwas Geld in die kommunale Kasse komme. Überhaupt sei das Thema Dorffest aus seiner Sicht eher schwierig. Es brauche auch immer Geld und Engagement. In der Gemeinde Wardow mit ihren 17 Ortsteilen gebe es in diesem Jahr nur ein Dorffest. Das fand bereits in Teschow statt. Auch dort, so Schink, sei die Frauengruppe in Verbindung mit der Feuerwehr federführend. In Wardow gebe es nur eine kleine Gruppe Engagierter. Sicher, so denkt Schink, müsste es in Wardow wieder einmal ein Dorffest geben, aber das mache „richtig Arbeit“. „Und es fehlen aktive Mitstreiter“, fügt er an. Auch müsse man sich etwas einfallen lassen, um Gäste zu so einem Fest zu locken.

Den Kobrower Frauen fiel das in der Regel nicht schwer. Sie produzierten selbst ein Programm. „Künftig werden es dann wohl kleinere Feste“, sagt Ingelore Glowczak. Zum Grillabend will man die Kobrower am 30. August einladen. Dazu trifft man sich auf der Wendeschleife im Dorf.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen