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Güstrow/Rostock : Kein Gerichtstermin für Lothar V.

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

svz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Keinen Gerichtstermin hat der Ex-Geschäftsführer der Volkssolidaritäts-Pleitefonds – der Volkssolidarität-Sozial-Immobiliengesellschaft mbH und Volkssolidarität-Sozial-Immobilienfonds GmbH & Co. KG –, der Güstrower Lothar V., am Freitag vor der 9. Zivilkammer des Landgerichtes Rostock. Obwohl das so geplant war. Wie Gerichtssprecher Michael Mack auf SVZ-Nachfrage gestern bestätigte, läuft im Zivilverfahren gegen V. eine außergerichtliche Vergleichsverhandlung. Mack: „Wenn sich beide Parteien verständigen, ist das Verfahren beendet. Bis dahin bleibt es allerdings anhängig.“

Der Klageantrag läuft seit rund zwei Jahren (wir berichteten). Gegen V. geht es um Schadensersatzansprüche, die der Insolvenzverwalter, Herbert Hülsbergen, und der Gläubigerausschuss für die GmbH und Co. KG geltend machen. Verhandelt sollten nach SVZ-Informationen 100 000 und 150 000 Euro werden. V. hat sich als haftender Geschäftsführer nach dem GmbH-Gesetz für unerlaubte Handlungen zu verantworten, weil er nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit der Fondsgesellschaften weiter Rechtsgeschäfte tätigte.

Die Summen, um die es gehen sollte und geht, decken allerdings bei weitem nicht den Schaden auf. Dort dreht es sich um 9,5 Millionen Euro – SVZ machte den Skandal 2009 öffentlich –, in dem nach einem Schneeballprinzip vor allem 1300 ältere Leute ihr Erspartes verloren. Einige von ihnen sind mittlerweile gestorben. Gläubiger und Insolvenzverwalter hatten die Ansprüche wegen des Kostenrisikos für Gerichts- und Anwaltszahlungen in dieser geringen Höhe angesetzt. Denn es ist damit zu rechnen, dass gar kein Geld gezahlt wird, weil V. dazu vermutlich nicht in der Lage sein wird, erklärte Hülsbergen bereits im Februar gegenüber unserer Zeitung.

Ob V. überhaupt vor Gericht erscheinen werde, war in den Wochen vor dem Prozessbeginn am Freitag immer wieder eine Frage. Hintergrund war das Strafverfahren vor dem Landgericht wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung. Hier musste V. nicht vor Gericht, weil ihm Gutachter eine vaskuläre Demenz attestierten, die durch kleine Schlaganfälle mit Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht wird. Im Zivilverfahren wäre für die Prozessdauer daher ein Betreuer für V. bestellt worden. Im Strafverfahren wird daher nur gegen Amandus K., den zweiten Geschäftsführer, verhandelt. Gegen K. wird Freitag, 10.30 Uhr, im Saal 308 des Landgerichtes allerdings auch das Zivilverfahren eröffnet. Es geht um eine Schadenersatzklage des Insolvenzverwalters der Volksolidarität Immobilien GmbH gegen K. „Der Insolvenzverwalter verlangt vom Ex-Geschäftsführer Ersatz wegen eines ungesicherten Darlehens sowie wegen des Unterlassens der Rückforderung dieses Darlehens“, heißt es in einer Mitteilung des Landgerichtes. Weiteren Ersatz will er, da K. weiter für Anlagen in Fonds geworben haben soll, obwohl mit den vereinnahmten Geldern lediglich noch Ansprüche von Altgläubigern befriedigt worden sein sollen. Es geht um 250 000 Euro.

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