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Güstrower Anzeiger

23. November 2017 | 21:34 Uhr

Statistik : Kaum Multikulti im Ehebett

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Nur 3,9 Prozent aller Eheschließungen im Landkreis Rostock deutsch-ausländische Verbindungen

Liebe kennt keine Grenzen – oder doch? Mit Multikulti im Ehebett haben Männlein und Weiblein im Landkreis Rostock recht wenig am Hut: Da war die Eheschließung zuletzt 2013 in rund 96,0 Prozent der Fälle eine deutsch-deutsche Angelegenheit. Rund 3,9 Prozent waren deutsch-ausländische Verbindungen. In 0,1 Prozent der Fälle waren beide Partner Ausländer.

Egal ob eine Deutsche einen Österreicher heiratet oder ein Deutscher eine Philippinin – beides sind sogenannte binationale Ehen. Bundesweit liegt der Anteil solcher Verbindungen bei 11,7 Prozent, sprich: jede neunte Eheschließung im Bund ist eine binationale. Übrigens heiraten mehr deutsche Männer als deutsche Frauen binational: 2013 gaben 24 793 deutsche Männer einer Ausländerin das Ja-Wort, aber nur 19 337 deutsche Frauen einem Partner mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

Regional schwanken die Anteile freilich stark: im Landkreis Rostock waren es 32 Männer und 22 Frauen mit ausländischen Partnern. Macht 54 binationale Hochzeiten und bei insgesamt 1396 Eheschließungen im Landkreis 3,9 Prozent.

Bundesweit ist die Zahl der Hochzeiten 2013 um 13 768 gesunken. Der Landkreis Rostock hat zu diesem Rückgang beigetragen, hier ging die Zahl der Eheschließungen im Vergleich zu 2012 um 49 zurück.

Anders als für die 1340 deutsch-deutschen Hochzeitspaare, war der Gang vors Standesamt für manches binationale Paar ungleich schwieriger. Denn die Bürokratie hält einige Hürden parat, vor allem wenn der Ehepartner aus dem außereuropäischen Ausland stammt. In diesem Fall brauchen Heiratswillige Geduld und Nerven, um das Hin und Her zwischen Standesämtern, Ausländerbehörden und Botschaften zu bewältigen. Denn viele ausländische Dokumente müssen nicht nur übersetzt, sondern von den Behörden des ausstellenden Staates beglaubigt und von den deutschen Auslandsvertretungen legalisiert werden. Das kann sich in die Länge ziehen.

An der standesamtlichen Trauung führt hierzulande allerdings kein Weg vorbei. Das gilt auch in Fällen, in denen beide Partner ausländische Staatsbürger sind: zweimal oder in 0,1 Prozent aller Eheschließungen im Kreis Rostock war dies vergangenes Jahr der Fall.  

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