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Gedenktafel : Kaum Interesse an friedlicher Revolution

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bisher nur wenige Spenden für Erinnerungstafel am Güstrower Amtsgericht

von
erstellt am 28.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Die Spendenaktion des Kunst- und Altertumsvereins Güstrow für eine Erinnerungstafel zur friedlichen Revolution 1989 in der Barlachstadt läuft äußerst schleppend. „Wir hatten uns mehr Resonanz erhofft“, sagt Raimund Schmidt vom Kunst- und Altertumsverein. In zwei Monaten seien nur knapp 1800 Euro zusammengekommen. Der Verein benötigt jedoch 5000 Euro, um die Erinnerungstafel – geschaffen von dem international bekannten Künstler Jörg Herold – am Güstrower Amtsgericht anbringen zu können.

Bereits am 27. Oktober, dem 25. Jahrestag der Güstrower Revolution, soll die Tafel mit einem Festakt enthüllt werden. „Dafür müssen wir das Geld bis Juni zusammenhaben, um den Auftrag rechtzeitig an den Künstler geben zu können“, sagt Raimund Schmidt. Der Verein will jetzt noch einige potenzielle Spender ansprechen. Zudem stehen Spendenboxen in Krakow am See und Güstrow, u.a. in der SVZ-Geschäftsstelle in der Domstraße.

Die Gedenktafel soll an der linken Seite des Amtsgerichtsgebäudes angebracht werden. Hier sind noch Rußspuren der damals von den Demonstranten aufgestellten Kerzen sichtbar. Es handelt sich um eine Glastafel, auf deren Diagonalen Öffnungen sind. Die obere fokussiert den Blick auf die Kerzenspuren, die untere zeigt ein Schwarz-Weiß-Foto von Eckhard Sturz aus der Revolutionszeit. „Herolds Entwurf entspricht dem Wunsch nach einem zeitgemäßen und unpathetischen Gedenken an das für die Teilnehmer brisante Geschehen am 27. Oktober 1989“, sagt Regina Erbentraut, Vorsitzende des Kunst- und Altertumsvereins. Am 27. Oktober 1989 zogen 20 000 Menschen vor die SED-Kreisleitung am Franz-Parr-Platz, heute das Amtsgericht. Auf Fenstersimsen und Treppen des Gebäudes zündeten sie Kerzen an. Mit dieser ersten Großdemonstration leiteten diese Mutigen die friedliche Revolution in Güstrow ein.

Bei dem Festakt am 27. Oktober in diesem Jahr ist ebenfalls ein Umzug mit Kerzen vom Amtsgericht zum Dom geplant. Der Kunst- und Altertumsverein will zudem Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer für eine Rede im Dom einladen.

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