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Katzenelend in Mistorf : Katzentod: Emotionen kochen hoch

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Internetnutzern fällt es schwer sich angesichts von fünf Fällen toter – vermutlich vergifteter – Katzen in Mistorf an Umgangsformen zu halten.

von
erstellt am 21.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Nach dem Tod von fünf wilden, frei lebenden Katzen in Mistorf kochen die Emotionen der SVZ-Leser hoch. Gerade die Anonymität des Internets – besonders in den sozialen Netzwerken – lässt so manchen Nutzer seine gute Kinderstube vergessen. Von Beleidigungen, wie „Dreckschwein“, bis hin zu Todesdrohungen, wie „Der soll elendig und qualvoll verrecken“, ist hier, nach dem Erscheinen des jüngsten Beitrags, einiges zu lesen gewesen. Die Schlimmsten mussten bereits entfernt werden, denn derartige Wortmeldungen haben bei SVZ nichts zu suchen. Die Netiquette regelt eigentlich die soziale Kommunikation im Internet – leider hält sich nicht jeder daran.

Eines zeigen die zahlreichen – oft emotionalen – Kommentare jedoch deutlich, wie fassungslos die Lesergemeinschaft, ob der vermeintlich vorsätzlichen Vergiftung der Tiere, ist. Bei einer der Katzen hatte der Güstrower Tierschutzverein bereits eine pathologische Untersuchung veranlasst. Die Obduktion bestätigte den schlimmen Verdacht: Vergiftung durch Rattengift (SVZ berichtete). Auch das Veterinäramt des Landkreises ist inzwischen über den Fall informiert. Leiterin Elisabeth Dey konstatierte: „Bei so vielen verendeten Tieren, erscheint eine unsachgemäße Auslegung der Köder unwahrscheinlich. Der Verdacht liegt nahe, dass es Vorsatz ist.“

Damit werden Fragen, wie die von Mandy Pommern, nach einer versehentlichen Aufnahme des Giftes durch die Katzen entkräftet. Mario Westphal fügt zusätzlich an: „Rattengift ausstreuen darf nur ein Kammerjäger. Und der macht das so, dass keine Katze da ran geht.“ Auch Privatpersonen ist das Ausbringen von Rattengift erlaubt, weiß Kreissprecher Michael Fengler. Sie dürfen Gifte mit bestimmten Wirkstoffen im Fachhandel erwerben. „Diese dürfen ausschließlich im Inneren von Gebäuden und im unmittelbar angrenzenden Bereich sowie in Köderboxen verwendet werden“, erklärt Fengler. SVZ-Leser Mario Arndt glaubt dennoch an ein Versehen. „Streunende Katzen gehen überall hin, wenn sie Hunger haben. Deswegen glaube ich nicht daran, dass jemand sich extra die Mühe macht“, erklärt er. Für Anja Neugebauer ein klarer Fall: „Wenn jemand Gift so auslegt dass andere Tiere es aufnehmen können, nimmt er es fahrlässig in Kauf, dass auch diese Tiere daran verenden. Und das ist durch nichts zu entschuldigen.“

Anwohner haben indes Sorge um ihre eigenen Vierbeiner. „Oh mein Gott, muss ich ja Angst bekommen um meine Katze“, kommentiert Marie-Christin Niehusen und auch Detlef Küster ist beunruhigt. Mit seinem Hund Benny werde er eher in Richtung Güstrow spazieren, so der Mistorfer.

Andere sind schlichtweg sprachlos. „Wie furchtbar“, fasst Juli Karlson zusammen und Sarah Roehl „fehlen einfach die Worte“. So geht es auch Uwe Runge. „Wie kann man so was nur einem Tier antun“, fragt er. Auch Inge Böhlke ist ratlos: „Wie kann man solche süßen Geschöpfe umbringen?“

Wieder andere verurteilen den mutmaßlichen „Katzenmörder“. „Was für kranke Leute gibt es eigentlich“, fragt Petra Ullrich. Für Margret Koletzki sei der mutmaßliche Täter „ein egoistischer Mensch“. So sieht es auch Doreen Reinecke. Als armselig und feige bezeichnet sie Menschen, die vorsätzlich das Wohl der Tiere gefährden. „Was können die Katzen dafür? Die können sich überhaupt nicht wehren und erleiden einen grausamen Tod“, ergänzt sie. Angesichts dessen findet Madeleine Stromske klare Worte: „Da wird man echt zum Menschenhasser!“

Liane Waßmann hofft indes auf Aufklärung. „Muss doch rauszufinden sein, wer da der Katzenhasser ist“, bemerkt sie. Das hofft auch Gabriele Váradi: „Hoffentlich schnappen sie bald den feigen Verbrecher!“ Das hofft nun auch der Güstrower Tierschutzverein. „Wir geben uns Mühe diese Vorfälle aufzuklären, dazu benötigen wir Zeugen, die tätig werden, sich bei der Polizei melden und Hinweise geben“, appelliert Vereinsmitglied Jasmin Pophal. Weiterhin bittet das Veterinäramt des Kreises Betroffene sich zu melden, damit eine neuerliche pathologische Untersuchung veranlasst werden könne.

 

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