Neues Bauprojekt : Kattrepel: AWG schließt Lücke

Elgin Stündel, AWG-Vorstand, und Joachim Mußfeldt, Vorsitzender des Bauausschusses der AWG, zeigen die mit Dokumenten, Zeitungen und Münzen gefüllte Schatulle, bevor sie versenkt und eingemauert wurde.
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Elgin Stündel, AWG-Vorstand, und Joachim Mußfeldt, Vorsitzender des Bauausschusses der AWG, zeigen die mit Dokumenten, Zeitungen und Münzen gefüllte Schatulle, bevor sie versenkt und eingemauert wurde.

Gestern Grundsteinlegung für zwei Häuser mit acht Wohnungen in Innenstadt Güstrow / Fertigstellung Ende 2016 geplant

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11. November 2015, 06:00 Uhr

14 neue Wohnhäuser hat die Allgemeine Wohnungsbaugenossenschaft (AWG) in den vergangenen Jahren in Güstrow gebaut. Jetzt kommt ein weiteres Projekt in der Güstrower Innenstadt hinzu. Gestern wurde der Grundstein für zwei Häuser im Bereich Lange Straße/Kattrepel/Gleviner Mauer gelegt. Hier entstehen acht Wohnungen und eine Gewerbeeinheit.

Norbert Karsten, Vorstandsvorsitzender der AWG, zeigte sich gestern sehr froh, dass es bereits großes Interesse an den Wohnungen gebe. In den beiden Häusern entstehen vier Zweizimmer-, eine Dreizimmer- und drei Vierzimmerwohnungen. Damit setzt die AWG ihr Neubau-Engagement in Güstrow fort. 14 Häuser seien in den vergangenen Jahren entstanden. So entstanden zwischen den Projekten An der Fähre 23 bis 25 (1999) und dem Ulmenhof in der Feldstraße 24 (2014)160 Wohnungen. Und Karsten versäumte es auch nicht bereits auf das nächste Projekt hinzuweisen. Es ist der Klosterhof. Untersuchungen dazu sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Danach werde sich die AWG entscheiden. Ausschlaggebend dabei sei, ob das Gebäude Pferdemarkt 45 sanierungfähig ist und ob die Kosten tragbar sind. „Mit Sanierungen haben wir bisher keine Erfahrung“, räumt Karsten ein.

Während der Klosterhof noch Zukunftsmusik ist, entführte Micheal Schirren vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in einem kurzen Abriss in die Vergangenheit. Eher selten sei es, dass ein Archäologe zu einer Grundsteinlegung eingeladen wird. „Sonst ist man immer froh, wenn wir wieder weg sind“, erklärt Schirren. Rund 700 Jahre Besiedlung hätten nichts Spektakuläres hinterlassen, wohl aber zwei Brennöfen (SVZ berichtete), die ein Indiz dafür sind, dass an der Stelle vermutlich Buntmetall verarbeitet wurde. Wahrscheinlich waren hier Handwerker über mehrere Generationen tätig. „Wir haben keine Schätze geborgen, nicht einmal eine Handvoll Münzen“, berichtet Schirren. Dafür würden Fundstücke einen Einblick in de Alltagskultur der Stadt gegeben. Um 1300 sei nur eine lockere Bebauung nachzuweisen. Später hätten nahe der Stadtmauer kleine Häuser – achtmal fünf Meter groß – gestanden. Der Straßenname Kattrepel weise auf einen eher dunklen Ort hin, eine feuchte Stelle, eine Schmuddelecke.

Güstrows Bürgermeister führte bei der gestrigen Grundsteinlegung diese Gedanken fort. „Es war aber auch eine unterhaltsame, eine lustige Ecke“, betonte Arne Schuldt und erinnerte an die Zeit, in der das horizontale Gewerbe in diesem Bereich der Stadt florierte. Bevor sich jetzt die AWG der Baulücke annahm, sei es außerdem das Hundeklo der Stadt gewesen, spannte Vorstandsvorsitzender Karsten den Bogen bis ins Heute. All das sei nun aber Vergangenheit. Im November 2016, da ist Karsten zuversichtlich, werden in den beiden neuen Häusern die Wohnungen bezogen sein.

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