Tierschutz Güstrow : Kater „Waldi“ wie Müll entsorgt

Sehr zutraulich ist der rote Kater inzwischen. Auf dem Arm von Jasmin Pophal fühlt sich Waldi sichtlich wohl. Fotos: Caroline Weißert
Foto:
1 von 3
Sehr zutraulich ist der rote Kater inzwischen. Auf dem Arm von Jasmin Pophal fühlt sich Waldi sichtlich wohl.

Am 13. März wurde die Samtpfote im Waldstück hinter der Sportschule Güstrow entdeckt – Unbekannte haben ihn hier ausgesetzt.

von
22. März 2016, 21:00 Uhr

Ein aufgeweckter roter Kater schmeichelt um die Beine der Besucher und Helfer in der Auffangstation des Tierschutzvereins Güstrow und Umgebung in der Langen Stege. Der kleine Kerl – vermutlich ein halbes bis ein Jahr alt – ist zutraulich und genießt jede Streicheleinheit, die er kriegen kann. Kaum zu glauben, dass „Waldi“, wie ihn die Vereinsmitglieder getauft haben, ausgesetzt wurde. Mehr noch: „Er wurde wie Müll in dem Waldstück hinter der Güstrower Sportschule entsorgt“, berichtet Tierschützerin Jasmin Pophal.

Am Abend des 13. März – ein Sonntag – wurde sie durch eine aufmerksame Spaziergängerin über den ausgesetzten Kater informiert. „Binnen zehn Minuten waren wir mit der Finderin vor Ort. Ich hatte Angst, dass wir den Kater in der Dunkelheit vielleicht nicht finden könnten“, erinnert sich die 22-Jährige zurück. Mit Taschenlampen suchten die Tierschützer nach dem verstörten Tier, riefen in die Dunkelheit. „Plötzlich tauchte er aus dem Nichts auf und kam direkt auf uns zu. Er ließ sich sofort streicheln und war gleich zutraulich“, sagt Jasmin Pophal und fügt hinzu: „Vermutlich war Waldi zuvor ein reiner Wohnungskater, ist auf den Menschen geprägt und konnte gar nicht verstehen, warum man ihn im Wald zurückgelassen hat.“

Im Wald verteilt lagen ein zerpflücktes Katzenklo, eine Tragebox und ein paar Handtücher – vermutlich mit einem gewohnten Geruch, warum sich der rote Kater auch nicht entfernt hatte. „Es sah aus, als habe man ihn achtlos weggeworfen“, sagt Jasmin Pophal, erschüttert von dem Verhalten der Vorbesitzer. Vermutlich habe Waldi zwei Tage im Wald zugebracht sei aber topfit, wie der Tierarzt inzwischen bestätigte. „Wir haben ihn geimpft, entwurmt, geschipt und am vergangenen Donnerstag auch kastrieren lassen – nach einer weiteren Impfung in drei bis vier Wochen können wir ihn in ein schönes neues Zuhause vermitteln“, erklärt die ehrenamtliche Tierschützerin. Ein solcher Einsatz sei immer wieder berührend. „Aber wir sind froh, wenn uns aufmerksame Menschen informieren und wir helfen können“, sagt Jasmin Pophal weiter.

Anzeige haben die Tierschützer gegen die unbekannten Tierhalter inzwischen erstattet. „Wir hoffen aber auch auf Zeugen, die den Kater möglicherweise kennen oder rund um den 13. März etwas ungewöhnliches beobachtet haben“, bittet Jasmin Pophal um Mithilfe. Hinweise können direkt an den Tierschutzverein Güstrow und Umgebung unter Telefon 0151 50876872 oder 03843 681327 sowie die Polizei in Güstrow unter Telefon 03843 2660 gerichtet werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen