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Landesarchivtag : Karteikarten in Stadt, Online-Daten im Landkreis

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadtarchiv Güstrow arbeitet bisher herkömmlich / Kreisarchiv stellt Daten digital aufbereitet ins Netz

Archive mit tausenden Akten, die auf Karteikarten zur schnelleren Suche registriert sind. Das war früher. Nach und nach wird dafür in vielen Städten das Internet genutzt. Beim Landesarchivtag, der gestern in Güstrow zu Ende ging, stand genau dieses Thema im Mittelpunkt. Hier wurde deutlich: Längst nicht überall hat die Digitalisierung Einzug gehalten, wie zum Beispiel im Stadtarchiv Güstrow. Im Kreisarchiv des Landkreises Rostock nutzt man hingegen das digitale Medium und ist somit am Puls der Zeit. Schon in Kürze soll sogar ein bundesweites Archivportal ans Netz gehen, das alle Archive Deutschlands vereinen soll.

Vieles spielt sich heutzutage im Internet ab. Dieses schnelle Medium wollen auch die Archivare gern nutzen. „Es hat Vorteile. Die Nutzer können von zu Hause oder von unterwegs das suchen, was sie brauchen und wir haben dadurch eine enorm stärkere Nachfrage zu verzeichnen“, sagt Dr. Dirk Alvermann, Universitäts-Archivleiter in Greifswald. Er stellte „Ariadne“ vor, eine Archiv-Verwaltungssoftware des Archiv-Verbundes Mecklenburg-Vorpommern, an dem derzeit 19 Archive beteiligt sind.

Das Stadtarchiv Güstrow gehört noch nicht dazu. Obwohl die technischen Voraussetzungen grundsätzlich bestehen würden, sei für die Digitalisierung aller Daten und Akten ein erheblicher personeller Aufwand notwendig. „Wir wollen uns gern den Herausforderungen stellen, denn die Informationsmöglichkeiten im Netz sind natürlich zukunftsweisend, aber ich sehe auch den enorm großen Arbeitsaufwand“, sagt Doris Dieckow-Plassa vom Güstrower Stadtarchiv. Mit 1,5 Arbeitskräften sei diese Arbeit nicht zu schaffen. Derzeit arbeite man am eigenen Internetauftritt, um hier bereits viele Informationen an potenzielle Nutzer weiter geben zu können.

Anders sieht es im Kreisarchiv des Landkreises Rostock aus. Viele Bestände des ehemaligen Kreises Bad Doberan wurden bereits mit Hilfe der Software „Augias“ digitalisiert und sind im Netz unter www.findbuch.net präsent. „Zurzeit läuft ein Retrokonversions-Projekt für den Güstrower Bereich und vielleicht sind Anfang kommenden Jahres bereits die Akten ohne Schutzfristen online verfügbar“, sagt Sachgebietsleiter Archiv, Tobias Sofka. Allerdings gebe es derzeit noch keine Schnittstelle zwischen der momentan genutzten Software „Aurias“ und der Archivsoftware „Ariadne“. Aber er hoffe, dass es diese schon bald geben kann.

Eine Kompatibilität wäre wohl auch für das künftige gemeinsame deutschlandweite Archivportal wichtig. Seit Oktober 2012 ist es im Aufbau und soll am 24. September dieses Jahres zum Archivtag in Magdeburg offiziell frei geschaltet werden. Dafür sind derzeit erst sieben Archive aus Mecklenburg-Vorpommern registriert.





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