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Vereinsgeschichte in Krakow am See : Karnevalisten aus Schlaf erweckt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Heute vor 20 Jahren gründete sich der Krakower Karnevalsclub e.V. Lebendige, wechselhafte Geschichte.

von
erstellt am 16.Apr.2016 | 05:00 Uhr

60 Jahre Karneval wird in diesem Jahr in Krakow am See gefeiert. Die Session ist längst geendet, zünftig machten die Narren den Luftkurort am 6. Februar zur Faschingsmeile (SVZ berichtete). Heute haben die Krakower erneut Grund zur Jubelfete: Vor genau 20 Jahren, am 16. April 1996, trug sich der Krakower Karnevalsclub als Verein ein. Die Gründung des e.V. leitete die Wiederbelebung des Krakower Karnevals ein. Der hatte da fünf Jahre lang am Boden gelegen, erinnert sich Jens Deitemeyer, der seit zwei Jahren der Vereinspräsident ist und im ernsten Teil des Lebens die integrierte Einsatzleitstelle des Landkreises in Bad Doberan leitet.


Maskenball als Krakower Markenzeichen


Schon 1956 hatte sich ein Elferrat gebildet und den „Krakower Karneval“ ausgerufen. Unter Schirmherrschaft der staatlichen Handelsorganisation HO organisiert, sei damals ganz bewusst die ursprüngliche Tradition des Karnevals aufgegriffen worden. Das schloss und schließt Kostümierungen ein, die über gängige Faschingskleider hinausgehen. Eine Maskierung gehört dazu, möglichst so perfekt, dass der eigene Partner nicht merken sollte, wer sich dahinter verbirgt. So manche Überraschung gab es dann regelmäßig bei der Demaskierung auf dem Maskenball im „Seehotel“, das zu DDR-Zeiten das Stammlokal der Feiernden war.

Die Krakower Narren verschrieben sich dieser Tradition, bastelten und schneiderten in Heimarbeit Kostüme und Masken in großem Stil. In der Anfangszeit, in den 1950er-Jahren, hatte man sich das Prinzenpaar sogar beim Schweriner Staatstheater besorgt, das extra zum Karneval nach Krakow anreiste und zeremoniell mit einer Kutsche vom Bahnhof abgeholt wurde. Professionelle Verstärkung durch Schauspieler und Theaterrequisiten! „Nach und nach haben wir das dann alles selbst übernommen. Wir sind stolz darauf, dass wir in Krakow am See diese Form weiter pflegen“, sagt Jens Deitemeyer. Es ist anerkannt der einzige Maskenball, der in Mecklenburg-Vorpommern so gefeiert wird. Begleitet wird der Faschingsauftakt in Krakow am See alljährlich mit einem großen Umzug durch die Stadt, auf dem sich die Ballgäste un dviele weitere Narren schon mal vorab der Öffentlichkeit zeigen. Ein Thema werde dafür nicht vorgegeben, erklärt der Präsident, und es sei immer wieder überraschend, was für Ideen die Karnevalisten so entwickeln.


Nach fünf Jahren Ruhe wieder Leben im Verein


In der Wendezeit wurde es zunehmend schwieriger, die Begeisterung der Leute für den Karneval und die aufwändigen organisatorischen Netze für die Vorbereitung von Umzug, Maskenball und Faschingsfeten aufrecht zu erhalten. Als dann 1991 der erste Golfkrieg begann und sogar in den Faschings-Hochburgen in Deutschland die närrischen Feten abgesagt wurden, schlief der Krakower Karneval ein. „Im Jahr darauf fiel es offenbar zu schwer, sich wieder aufzuraffen“, denkt Jens Deitemeyer im Rückblick.

Fünf Jahre brauchte es, bis wieder „Leben in der Bude“ angesagt war. Deitemeyers Schwester Iris übernahm die erste Präsidentschaft im neuen Verein, später löste sie Wolfgang Thode ab. Gefeiert wurde fortan in der ehemaligen Berufsschule am Jörnberg, später zog man in die Turnhalle der Schule um. Um die 100 Mitglieder sind heute regelmäßig im Verein aktiv. Wie lebendig das 60-jährige närrische Leben im Luftkurort ist, kann man nach 20 Jahren Vereinsarbeit spätestens zur neuen Session garantiert wieder sehen.

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