Kampf gegen den Alkohol

Nach dem Podiumsgespräch ging die Diskussion in der Ausstellung  im Foyer des Kreissaales, die bis zum Ende der Woche zu sehen ist, weiter: Regine Gruse (Diakonie-Suchtberatung), Daniel Präger (abstinent lebende Alkoholiker),  Angela Langer (Leiterin Nachsorgeeinrichtung Groß Upahl) und Cornelia  Trapp (Psychiatriekoordinatorin).REgina Mai (4)
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Nach dem Podiumsgespräch ging die Diskussion in der Ausstellung im Foyer des Kreissaales, die bis zum Ende der Woche zu sehen ist, weiter: Regine Gruse (Diakonie-Suchtberatung), Daniel Präger (abstinent lebende Alkoholiker), Angela Langer (Leiterin Nachsorgeeinrichtung Groß Upahl) und Cornelia Trapp (Psychiatriekoordinatorin).REgina Mai (4)

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27. Mai 2013, 06:16 Uhr

Güstrow | Schüler der 8. Klassen des John-Brinckman-Gymnasiums Güs trow diskutierten gestern mit Fachleuten über Suchtprävention. Wie sinnvoll ist sie? Wann soll sie ansetzen? Die Podiumsdiskussion gab gestern den Auftakt zur bundesweiten Aktionswoche "Alkohol? Weniger ist besser". Ziel: den Kampf gegen die Droge Nr. 1, den Alkohol, ausweiten. Außerdem wurde eine Wanderausstellung "bunt statt blau" im Foyer des Kreissaales eröffnet. Der Arbeitskreis "Sucht" des Landkreises und die DAK laden Schulklassen und Interessierte ein die Ausstellung bis Freitag zu besuchen. Außerdem reicht der Veranstaltungsreigen bis Sonntag (siehe: Service) und endet mit einem Gottesdienst im Dom.

Die Schüler kamen nicht unvorbereitet. Präventionsveranstaltungen in den Klassen waren vorausgegangen. Vor diesem Hintergrund stellten die Schüler selbstbewusst ihre Fragen. Da ging es um Zeigefinger und Abschreckung, um ein Jetzt-erst-recht, um Mutprobe und Gruppenzwang und darum, dass z.B. Alkohol als das Normalste von der Welt erscheint. Wer kennt schon jemanden, der sich zu Tode gesoffen hat?! Einer, der solche Menschen kennt und selbst kurz davor war, stand auf und erzählte seine Geschichte. Daniel Präger (31) lebt nach drei Jahren Therapie heute im Haus "Zuflucht", eine Nachsorgeeinrichtung für Suchtkranke in Groß Upahl. Der Schweriner sieht sich heute "trocken und resozialisiert". Seine Suchtkarriere begann mit Haschisch. Da war er 14. Mit 15 tauchte er ganz tief in die Drogenwelt ein, berichtet er. Er habe alles genommen und mit 22 damit aufgehört. Es folgte der Alkohol. Er spricht von Schwerstabhängigkeit. Er habe wohl auch alle Gefängnisse des Landes kennen gelernt, bis er mit entschied: "Therapie statt Strafe". Sein Vater habe sich totgesoffen, Freunde sah er dahingehen. "Es reicht nicht den Teufel an die Wand zu malen", sagt er zum Thema Suchtprävention. Es bedürfe des Wissens. Und diese Wissensvermittlung müsse unterstützt werden. Daniel Präger hat in den vergangenen Jahren seinen Hauptschulabschluss bestanden (2,0). Wenn er Ende Juli aus der Nachsorge entlassen wird, würde er gern noch einen Regionalschulabschluss machen, vielleicht in ein Ausbildungsprogramm für über 30-Jährige rutschen und ins Arbeitsleben starten. Eine Wohnung suche er bereits. Er werde sich auch nach einer Selbsthilfegruppe umschauen. Denn eines sei für ihn klar: Der Kampf gegen die Sucht ist lebenslang.

Beginnen kann sie mit Komasaufen - Thema der DAK-Wanderausstellung. Diese ist das Ergebnis eines bundesweiten Wettbewerbs. Zu sehen sind die 16 Siegerplakate zum Thema.

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